„Derzeit spielen psychologische Faktoren eine große Rolle. Sobald die Familien wieder einen sicheren Rahmen erkennen, wird sich auch das Konsumentenklima erneut verbessern. Ich bin davon überzeugt, dass die Politik und die Wirtschaftsvertreter diese vorübergehende Phase zu meistern wissen“, gibt sich Handelskammerpräsident Michl Ebner zuversichtlich.Konsumenten im StimmungstiefNegatives aber auch Positives gibt es mit Blick auf das Konsumentenklima in Südtirol im Monat Juli zu berichten. Die schlechte Nachricht ist, dass die Stimmung bei Südtirols Konsument/innen deutlich eingebrochen ist. Eine rückläufige Entwicklung des Indikators für das Verbrauchervertrauen, wenn auch in geringerem Ausmaß, beobachtet man auch in anderen europäischen Ländern. Die gute Nachricht betrifft den Ländervergleich: Das Südtiroler Konsumentenklima liegt nach wie vor über dem europäischen und dem nationalen Schnitt.In Südtirol haben sich laut WIFO alle vier Indikatoren, die für die Berechnung des Konsumentenklimas herangezogen werden, im Juli im Vergleich zu April verschlechtert. Besonders starke Rückgange werden für jene Indikatoren verzeichnet, die das wirtschaftliche Umfeld beschreiben, das heißt die erwartete Entwicklung des eigenen Landes und die erwartete Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den nächsten zwölf Monaten. Weniger stark eingetrübt haben sich die Indikatoren, die sich auf die persönliche Lage beziehen. Konkret handelt es sich um die Entwicklung der finanziellen Situation der eigenen Familie sowie die Möglichkeit, in den nächsten zwölf Monaten Geld anzusparen.Südtirols Verbraucher denken also im Prinzip: „Allgemein wird sich die Wirtschaftslage in Südtirol zwar tendenziell verschlechtern, bei mir selbst wird sich aber wenig ändern“. Befragt nach der eigenen Situation glaube der Südtiroler Konsument demnach, die derzeit schwierige Situation weitgehend meistern zu können, heißt es aus der Handelskammer.Die ErhebungDas WIFO erhebt das Konsumentenklima viermal im Jahr und zwar in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober in Zusammenarbeit mit dem nationalen Statistikinstitut ISTAT. Dies bietet den Vorteil einer methodischen Übereinstimmung und Vergleichbarkeit mit europäischen Konsumentenerhebungen. In Südtirol werden 300 Haushalte befragt.