Donnerstag, 26. Januar 2017

Tod auf der A22: „Solche Lkw-Unfälle werden sich häufen“

Am Mittwoch haben sich auf der Brennerautobahn gleich zwei schwere Lkw-Unfälle ereignet. Einer endete tödlich. Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im Handwerkerverband lvh, sagt: „Solche Unfälle werden sich noch häufen.“ Er fordert eine Ausnahme vom Lkw-Überholverbot. Die Autobahnpolizei kontert: Das gibt es bereits.

Auffahrunfall zwischen zwei Lkw am Mittwochmorgen nahe Bozen Süd: Der Lenker überlebte diese Kollision nicht. - Foto: DLife/da
Badge Local
Auffahrunfall zwischen zwei Lkw am Mittwochmorgen nahe Bozen Süd: Der Lenker überlebte diese Kollision nicht. - Foto: DLife/da

Um 7 Uhr krachte es zum ersten Mal, drei Stunden später wieder: Zwei Lkw-Unfälle auf der A22 haben am Mittwoch einen Toten und Verletzte gefordert. Beide Male handelte sich um einen Auffahrunfall, beide Male wurde die Fahrerkabine des hinteren Lkws komplett eingedrückt, beide Male wurde der Lenker eingeklemmt. Ein Lkw-Fahrer wurde mittelschwer verletzt ins Spital eingeliefert, der andere bezahlte den Unfall mit seinem Leben.

„Auffahrunfälle von Lkw“, sagt Elmar Morandell, „zählen zu den schlimmsten Verkehrsszenarien überhaupt.“ Trotz Einhaltung des Sicherheitsabstandes sei ein Lkw-Lenker nicht in der Lage rechtzeitig zu bremsen, wenn ein anderer Lkw oder ein Pkw aus der Einreihspur mit 40 Stundenkilometern auf die Autobahn einfahre. Auffahrunfälle seien so vorprogrammiert, meint Morandell, und würden sich – mit der stetigen Zunahme des Verkehrs – künftig häufen.

Lkw-Überholverbot von 6 bis 22 Uhr

Denn: „Auf der gesamten Brennerautobahn von Modena bis Innsbruck gilt von 6 bis 22 Uhr ein Überholverbot für Schwerfahrzeuge“, sagt der Obmann der Warentransporteure im lvh. „Zwischen Bozen und Klausen gilt das Verbot sogar 24 Stunden.“

Wer trotzdem überholt, dem droht Führerscheinentzug für zwei bis sechs Monate sowie den Verlust von zehn Führerscheinpunkten und Geldstrafen über 300 Euro. In Österreich, sagt er, seien die Strafen viel milder. Morandell sieht das strikte Überholverbot auf der A22 deshalb überaus kritisch. Er fordert eine Ausnahmeregelung.

Autobahnpolizei: Nur das Überholen wird bestraft

Peter Mock, Leiter der Autobahnpolizei Sterzing, sagt: Die gibt es bereits. Schon vor vielen Jahren habe man nämlich nicht das Befahren der Überholspur, sondern lediglich den Überholvorgang für Lkw auf der A22 verboten. „Wenn der Lenker also ausweicht, um Schlimmeres zu verhindern, dann wird das nicht geahndet.“

stol

stol