Mittwoch, 17. Januar 2018

Überetscher Bahn: Der ewige Zankapfel wird umgesetzt

Seit Jahren wird diskutiert: Braucht es die Überetscher Bahn, oder braucht es sie nicht? Nach langem Hin und Her wurde im Landtag am Mittwoch ein Antrag der Grünen angenommen. Während diese sich freuen, zeigen sich die Freiheitlichen skeptisch.

Die Überetscher Bahn ist schon lange ein Wunsch der "Freunde der Überetscher Bahn". - Foto: "Freunde der Überetscher Bahn"
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Die Überetscher Bahn ist schon lange ein Wunsch der "Freunde der Überetscher Bahn". - Foto: "Freunde der Überetscher Bahn"

Bereits seit Dienstag war in der Plenarsitzung ein Antrag der Grünen Abgeordneten Riccardo Dello Sbarba, Brigitte Foppa und Hans Heiss bezüglich der Überetscher Bahn diskutiert worden. Sie setzten sich für die Bahn als Ersatz für das derzeitige Metrobus-System ein. Nachhaltigkeit solle bei der Umsetzung großgeschrieben werden.

Am Mittwoch wurde eine überarbeitete Version ihres Antrages, den auch die SVP-Landtagsabgeordneten Dieter Steger und Oswald Schiefer unterstützten, nach längerer Diskussion mit 24 Ja und 1 Gegenstimme angenommen.

Bahn wird umgesetzt

Ein Ergebnis, das die Grünen Abgeordneten natürlich freut: „Durch den Beschlussantrag wird nicht nur die Schienenverbindung zwischen dem Überetsch und Bozen definitiv umgesetzt, sondern auch eine Straßenbahnverbindung der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte innerhalb der Stadt Bozen Realität“, schreiben Dello Sbarba, Foppa und Heiss in einer Aussendung am Mittwoch.

Mit der Überetscher Bahn könne dem Verkehrsaufkommen entgegengewirkt werden. An der Zählstelle Frangart-Pillhof würden derzeit 25.000 Fahrzeuge pro Tag verzeichnet.

Daher sei der Umstieg auf ein umweltfreundliches Verkehrsmittel wie die Straßenbahn eine gute Alternative zum Privatauto, finden die Grünen. Auch sei ein Metrobus kein Vergleich zu einer Straßenbahn, da letztere vom Verkehr unabhängig sei.

Die Freiheitlichen wittern ein „Wahlzuckerle“

Nicht ganz so optimistisch ist hingegen der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker. Die Partei hätte dem Antrag natürlich zugestimmt, erklärte er. Das Thema würde jedoch immer nur in Zeiten des Wahlkampfs aktuell.

„Wir erinnern uns an die SVP-Zeitschrift ‚ZiS‘, in der schon Thomas Widmann mit der Signalkelle in der Hand der Überetscher Bahn grünes Licht gab. Das ist nun über 10 Jahre her und die Bahn fährt immer noch nicht, geschweige denn gibt es ein fertiges Projekt dazu“, so Stocker. Außerdem sprach er die Befürchtung aus, dass der Metrobus wieder abgestellt werden könnte, sobald der Bau einer Straßenbahn konkret wird. 

Abschließend rief Stocker die Überetscher zur Skepsis auf.

stol

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