Freitag, 09. März 2018

Volkswagen stark im Tagesgeschäft

Mit starken Zahlen aus dem vergangenen Jahr im Rücken dürfte der weltgrößte Autobauer Volkswagen trotz des Dieselskandals wieder in die Offensive gehen. Gleichzeitig läuft die Aufarbeitung der Abgasaffäre weiter. Außerdem muss Volkswagen den grundlegenden Wandel hin zu Elektromobilität und Digitalisierung bewältigen.

Mit starken Zahlen aus dem vergangenen Jahr im Rücken dürfte der weltgrößte Autobauer Volkswagen trotz des Dieselskandals wieder in die Offensive gehen.
Mit starken Zahlen aus dem vergangenen Jahr im Rücken dürfte der weltgrößte Autobauer Volkswagen trotz des Dieselskandals wieder in die Offensive gehen.

Ab 2019 soll in Zwickau die elektrische ID-Modellfamilie vom Band rollen. Insgesamt will VW früheren Angaben zufolge in die Entwicklung von E-Autos, neue Mobilitätsdienste und Digitalisierung von 2018 bis 2022 mehr als 34 Milliarden Euro stecken.

Am Dienstag legt der Volkswagen-Konzern die detaillierten Ergebnisse des vergangenen Jahres sowie den Geschäftsbericht für 2017 vor. Die Eckdaten zum vergangenen Jahr hatte der Konzern bereits veröffentlicht.
Mit unterm Strich 11,4 Milliarden Euro fiel demnach der auf die Aktionäre entfallende Gewinn nicht nur mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Gleichzeitig war es ein größerer Überschuss als im letzten vollen Jahr vor dem Beginn der Affäre um Software-Manipulationen an Diesel-Motoren, nämlich 2014. Damit trotzt VW den Debatten um Fahrverbote und Milliardenlasten zumindest in der Bilanz.

Gleichzeitig beschäftigen den Konzern andere Themen. Dabei könnte es auch um die künftige eigene Struktur gehen. Derzeit gebe es im Automobilsektor einen Trend zu Holdingstrukturen, wie die Beispiele Daimler und möglicherweise auch Continental zeigten, schrieb NordLB-Analyst Frank Schwope.

So hat VW einen Börsengang seiner Lastwagen-Sparte, zu der neben MAN auch Scania gehört, weiter im Blick. „Wir halten uns auf dem Weg zum Global Champion alle Optionen offen“, hatte eine Sprecherin der Volkswagen Truck & Bus GmbH Anfang März mitgeteilt. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet, VW wolle das Tochterunternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandeln, um eine Grundlage für den Börsengang zu schaffen. Dem würde der Betriebsrat nach eigenen Angaben aber nur zustimmen, wenn die vereinbarten Jobgarantien Bestand haben.

Analyst Schwope urteilte erst unlängst, die Diesel-Affäre sei für VW wohl weitgehend ausgestanden. Das zeigt sich am guten Lauf im Tagesgeschäft: VW hat 2017 mit einem Absatzplus von 4 Prozent auf 10,74 Millionen ausgelieferte Pkw und Nutzfahrzeuge den Spitzenplatz als weltweit größter Autokonzern verteidigt. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro.

dpa

stol