Donnerstag, 09. März 2017

VW-Aufsichtsrat streicht eigene Bonuszahlungen

Nach der Abgasaffäre müssen die Volkswagen-Aufsichtsräte auf ihre Bonuszahlungen verzichten. Der Aufsichtsratsvorsitzende solle künftig ein Festgehalt von 300.000 Euro erhalten, hat ein VW-Sprecher am Donnerstag gesagt.

Nach der Abgasaffäre müssen die Volkswagen-Aufsichtsräte auf ihre Bonuszahlungen verzichten.
Nach der Abgasaffäre müssen die Volkswagen-Aufsichtsräte auf ihre Bonuszahlungen verzichten. - Foto: © shutterstock

Dies habe der Aufsichtsrat auf seiner letzten Sitzung beschlossen. Ziel sei, auf ein marktübliches System umzustellen.

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sagte zuvor der „Bild“-Zeitung: „Die VW-Aufsichtsräte zählten in der Vergangenheit mit zu den Spitzenverdienern im DAX. Die Systematik war aber nicht mehr marktüblich. Deshalb haben wir es überarbeitet.“

Pötsch bekommt für den Vorsitz des Aufsichtsratspräsidiums 100.000 Euro extra, damit erhält er rund 400.000 Euro im Jahr. Der frühere Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech kassierte dem Bericht zufolge 2014 noch deutlich mehr als eine Million Euro, davon seien fast 90 Prozent Bonus gewesen.

Zukünftig "nur" noch 10 Millionen Euro Verdienst

„Zuvor war der variable Anteil sehr hoch. Dieser wurde nun abgeschafft“, sagte Pötsch der Zeitung. „Jeder hat verstanden, dass wir uns da verändern müssen.“

Künftig bekommt ein normales Aufsichtsratsmitglied nach Angaben des Sprechers ein Festgehalt von 100.000 Euro, der Aufsichtsratsvize erhält 200.000 Euro. Für eine Tätigkeit in einem der Ausschüsse und im Präsidium des Gremiums gibt es noch einmal jeweils 50.000 Euro.

Der Vorstandschef soll künftig höchstens 10 Mio. Euro im Jahr verdienen, die Vorstandsmitglieder maximal 5,5 Mio. Euro. Neben den Obergrenzen sieht ein neues Vergütungssystem vor, dass die Kriterien für die variable Vergütung, darunter umstrittene Bonuszahlungen, verschärft werden.

apa/dpa

stol