Montag, 16. Januar 2017

Wege auf die Alm: Kostenloses Gutachten statt Kosten und Streit

Von den knapp 1800 Südtiroler Almen sind heute nur noch 188 unerschlossen. Zu wie vielen künftig ein Weg hinführen wird, steht heute noch nicht fest. Die Kriterien für eine Erschließung sind seit Montag allerdings bekannt.

Von den vielen Almen in Südtirol sind nur noch sehr wenige unerschlossen.
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Von den vielen Almen in Südtirol sind nur noch sehr wenige unerschlossen. - Foto: © Sentres

Die Kriterien stellten der Direktor der Landesabteilung Forstwirtschaft Paul Profanter und der Direktor des Landesamtes für Landschaftsökologie Peter Kasal vor: eine wirtschaftliche Bewertung der Alm (Bewirtschaftungsform, Größe, Anzahl der aufgetriebenen Großvieheinheiten), eine hydrogeologische (Hangneigung, Beschaffenheit des Geländes) und eine technische Bewertung des Eingriffs (Kunstbauten, Lawinenstriche, Steigung, zu überwindender Höhenunterschied) sowie eine landschaftlich-ökologische Bewertung (Einsehbarkeit, vom Eingriff betroffene Lebensräume).

Auf der Grundlage dieser Kriterien erstellt eine Gruppe von Technikern, die sich aus Vertretern der beiden Landesabteilungen Forstwirtschaft sowie Natur, Landschaft und Raumentwicklung zusammensetzt, auf Anfrage ein Vorgutachten mit Begehungsprotokoll, aus dem hervorgeht, ob und unter welchen Bedingungen eine Erschließung möglich ist.

"Dieses Angebot wird unentgeltlich, unbürokratisch, zeitnah sowie unter Einbezug der Gemeinde erbracht, in der sich die Alm befindet", betonte Landesrat Theiner, "auf diese Weise steigt die Planungssicherheit für die Almbesitzer, die sich auch Zeit und Kosten ersparen". Das Vorgutachten ersetzt das Genehmigungsverfahren nicht.

Von 1732 Almen sind 188 noch unerschlossen

Mitarbeiter der Landesabteilungen Forstwirtschaft und Natur, Landschaft und Raumentwicklung hatten den Katalog erstellt. Auch der Dachverband für Natur und Umwelt, der Heimatpflegeverband, der Alpenverein Südtirol AVS und der Südtiroler Bauernbund waren an dem Runden Tisch beteiligt gewesen.

Von den 1732 Almen, die es in Südtirol gibt, sind nur noch 188 Almen unerschlossen, und von diesen befinden sich 73 Almen innerhalb von Schutzgebieten wie Naturparks oder Natura-2000-Gebieten.

stol

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