Donnerstag, 28. September 2017

Weiterer Audi-Mitarbeiter wegen Dieselaffäre in U-Haft

Die Staatsanwaltschaft hat den Kreis der Verdächtigen bei ihren Ermittlungen im Zusammenhang mit der Dieselaffäre bei der Volkswagen-Tochter Audi ausgeweitet.

Der Dieselskandal zieht weite Kreise - Foto: APA
Der Dieselskandal zieht weite Kreise - Foto: APA

Am Mittwoch seien zwei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden, sagte eine Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft München II am Donnerstag.

Zudem sei ein Haftbefehl gegen einen Beschuldigten vollstreckt worden. Damit sitzen nun zwei Verdächtige in Haft.

Angaben zur Identität des Verhafteten machte die Sprecherin nicht. Sie wollte sich auch nicht dazu äußern, wer ansonsten von der Ausweitung der Ermittlungen betroffen ist. Aktuelle oder frühere Audi-Vorstände gehörten allerdings nicht dazu.

”Unter den Beschuldigten befinden sich weiterhin weder aktuelle Vorstandsmitglieder der Audi AG noch ehemalige Mitglieder der Audi AG”, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Der Festgenommene sei am Donnerstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden und sitze inzwischen in Untersuchungshaft.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt seit März wegen des Verdachts des Betrugs und der strafbaren Werbung beim Verkauf von 80.000 Dieselfahrzeugen in den USA bei Audi. Sie gehörten zu den insgesamt etwa elf Millionen mit Manipulationssoftware ausgestatteten VW-Autos, die bei Abgastests einen niedrigeren Stickoxid-Ausstoß auswiesen als im normalen Straßenbetrieb.

Bereits im Juli war im Zuge der Ermittlungen der Audi-Manager Giovanni P. in Untersuchungshaft genommen worden. Berichten zufolge soll dieser gegenüber Ermittlern den Audi-Vorstand beschuldigt haben, bereits zwischen 2006 und 2014 von den manipulierten Messungen erfahren zu haben. Öffentlich geworden war die Dieselaffäre bei VW 2015 auf Druck von US-Behörden.

apa

stol