Mittwoch, 19. Januar 2022

HGV fürchtet weiteren Einbruch des Wintertourismus

Mit 1. Februar wird in Italien die Gültigkeitsdauer des digitalen Impfzertifikats von 9 auf 6 Monate reduziert. Dies betrifft auch die Impfzertifikate von ausländischen Gästen, die sich ab 1. Februar in Italien aufhalten und den Super Green Pass (2G) beim Eintritt in den Beherbergungsbetrieb vorweisen müssen.

Perfekte Bedingungen, aber die Gäste fehlen: Der HGV interveniert wegen der verkürzten Gültigkeit des Green Passes in Italien. - Foto: © BENJAMIN PFITSCHER

Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) warnt davor, dass diese Regelung zu einem weiteren Einbruch im Tourismus führen und den Gastwirten rückläufige Umsätze bescheren werde, weil in den Hauptherkunftsländern der ausländischen Gäste das Impfzertifikat 9 Monate gilt.

„Diese Bestimmung sorgt nicht nur für enorme Unsicherheiten bei Gastwirten und Gästen, sondern stellt auch einen wesentlichen Wettbewerbsnachteil Südtirols als Urlaubsdestination dar. Nach der ersten Stornierungswelle Anfang Dezember aufgrund der besonderen Einstufung einiger Südtiroler Gemeinden seitens des Landes und der Einstufung Italiens als Hochrisikogebiet seitens Deutschlands mit 1. Januar, ist die kürzere Gültigkeitsdauer des Green Pass in Italien nun die dritte Maßnahme, welche bereits zu Stornierungen geführt hat und den Wintertourismus erneut einbremsen wird“, ärgert sich HGV-Präsident und Federalberghi-Vizepräsident Manfred Pinzger.

„Der Alleingang Italiens ist das Problem“

Der freie Personen- und Reiseverkehr gehört zu den 4 Grundsäulen der Europäischen Union und gilt zudem als Voraussetzung für die Existenz und den Erfolg der touristischen Betriebe, schreibt der HGV in einer Zuschrift. Mit dem digitalen Covid-Zertifikat der EU wurde ein essenzielles Hilfsmittel geschaffen, um das sichere Reisen innerhalb der EU in Zeiten der Covid-Pandemie zu erleichtern. „Der Alleingang Italiens untergräbt nun dieses Ziel und hat unmittelbare Folgen für jene Gastbetriebe, welche mit ausländischen Gästen arbeiten. Und das sind in Südtirol die große Mehrheit“, urteilt HGV-Direktor Thomas Gruber.

Der HGV hat deshalb Senator Dieter Steger, Landeshauptmann Arno Kompatscher, die Federalberghi in Rom und EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann ersucht, auf die Folgen, die sich durch die staatlichen Regelungen zum Super Green Pass für den Tourismussektor ergeben, auf staatlicher und EU-Ebene hinzuweisen und sich für entsprechende Lösungsansätze einzusetzen.

Zudem hat der HGV auch über Senator Dieter Steger einen entsprechenden Änderungsantrag im römischen Senat eingebracht. Darin enthalten sind auch Erleichterungen für Reisende zwischen 12 und 18 Jahren, die in Begleitung mit einem Elternteil reisen, das über eine Impfbescheinigung oder Genesungsbescheinigung verfügt, heißt es in der Presseaussendung des HGV.

stol

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