Mittwoch, 02. Mai 2018

WIFO-Barometer: So läuft's im Baugewerbe

Das Geschäftsklima im Südtiroler Baugewerbe ist derzeit positiv. Dies zeigt die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen.

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Foto: © shutterstock

Das Geschäftsklima im Südtiroler Baugewerbe bleibt positiv. Fast ein Drittel der Unternehmen meldet für 2017 eine „gute“ Ertragslage und insgesamt 83 Prozent bezeichnen die Rentabilität zumindest als „befriedigend“.

Dieses Ergebnis ist zwar im Vergleich zu den anderen Sektoren noch etwas unterdurchschnittlich, denn der Schnitt der Südtiroler Wirtschaft liegt bei 91 Prozent. Für 2018 wird aber eine wesentliche Besserung erwartet und sogar 93 Prozent der Wirtschaftstreibenden im Bausektor gehen heuer von einem zufriedenstellenden Betriebsergebnis aus.

Im vergangenen Jahr sind die Umsätze vor allem im Hochbau angestiegen, aufgrund der steigenden Aufträge auf dem lokalen Südtiroler Markt. Im ersten Halbjahr 2017 wurden Baugenehmigungen für insgesamt 2,4 Millionen Kubikmeter ausgestellt, mit einem Zuwachs von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahressemester. Auch die Verkaufspreise haben leicht zugenommen. Das Geschäft mit Kundschaft außerhalb der Landesgrenzen war hingegen in etwa auf dem Niveau von 2016. Die Prognosen der Unternehmen für das laufende Jahr sind ebenfalls positiv und es wird ein wachsendes Geschäftsvolumen erwartet.

Der Zugang zum Kredit hat sich 2017 nach Einschätzung der befragten Unternehmer gebessert. Andere wichtige Rahmenbedingungen wie die Kostenentwicklung, die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit und die Zahlungsmoral der Kunden werden als stabil bewertet.

Die wachsenden Aufträge haben im vergangenen Jahr zu einer Steigerung der Investitionen in Maschinen und Fahrzeugen geführt, vor allem in der Tiefbausparte. Darüber hinaus entwickelte sich auch die Beschäftigung positiv: 2017 gab es im Südtiroler Baugewerbe durchschnittlich etwa 16.300 Arbeitnehmer, was einer Zunahme von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der steigende Beschäftigungstrend dürfte sich laut den befragten Unternehmen auch heuer fortsetzen.

Was das Geschäftsklima in den einzelnen Branchen des Baugewerbes betrifft, so sind die Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefbau eher gering. Die beste Stimmung zeigt der Bereich der Bauinstallation und Fertigstellung von Gebäuden, wo ein Drittel der Unternehmen für 2018 eine richtig „gute“ Ertragslage erwarten.

Diesbezüglich unterstreicht Handelskammerpräsident Michl Ebner die Wichtigkeit, angemessene Preise zu verlangen: „Die Auftragslage ist derzeit gut und die Voraussetzungen für eine bessere Rentabilität im Baugewerbe sind wieder gegeben. Damit aber die Ertragslage tatsächlich zufriedenstellend ausfällt, sollten die Unternehmen bei der Angebotserstellung auf kostendeckende Preise achten. Auch für kleinere Betriebe ist eine genaue Kostenrechnung unerlässlich.“

stol

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