Donnerstag, 15. Dezember 2016

WIFO-Wirtschaftsbarometer Herbst 2016: Großhandel

Die Stimmung im Südtiroler Großhandel hat sich heuer im Vergleich zu 2015 leicht gebessert. Die erwirtschafteten Erträge werden von drei Vierteln der Unternehmer dieser Branche als zufriedenstellend bewertet. Dies geht aus dem Wirtschaftsbarometer des WIFO - Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor. Für das Jahr 2017 erwartet man einen weiteren Anstieg der Ertragslage, dank wachsender Umsätze und verbesserter Wettbewerbssituation, schreibt die Handelskammer am Donnerstag.

Die Stimmung im Südtiroler Großhandel hat sich heuer im Vergleich zu 2015 leicht gebessert. - Quelle: WIFO-Wirtschaftsbarometer
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Die Stimmung im Südtiroler Großhandel hat sich heuer im Vergleich zu 2015 leicht gebessert. - Quelle: WIFO-Wirtschaftsbarometer

Das Geschäftsklima im Südtiroler Großhandel hat sich heuer im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht gebessert. Etwa 75 Prozent der Unternehmen sind mit der Ertragslage zufrieden. Dieser Anteil ist zwar noch deutlich unter dem Schnitt der Südtiroler Wirtschaft, der 84 Prozent beträgt; für den Großhandel handelt es sich aber um den höchsten Wert seit 2008. Eine wesentliche Besserung soll es laut den interviewten Unternehmern und Unternehmerinnen im kommenden Jahr geben: Für 2017 erwarten fast alle Unternehmen eine befriedigende Ertragslage.

Umsätze gewachsen

Bereits heuer sind die Umsätze für fast zwei Drittel der Großhandelsunternehmen gewachsen. Positiv entwickelt hat sich vor allem der lokale Südtiroler Markt. Im Allgemeinen haben sich die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit, der Zugang zum Kredit und die Zahlungsmoral der Kunden gebessert. Das Geschäftsvolumen dürfte 2017 sowohl auf dem Südtiroler als auch auf dem gesamtitalienischen Markt weiter wachsen, unter anderem weil die Verkaufspreise voraussichtlich etwas steigen werden. Aus diesem Grund wird auch ein Beschäftigungswachstum erwartet.

Ebner: "Aufschwung des Baugewerbes unterstützen"

Die verschiedenen Branchen des Großhandels weisen derzeit Unterschiede beim Geschäftsklima auf. Am besten ist die Stimmung im Einrichtungssektor, in der Nahrungsmittelbranche und im Handel von Hobby- und Freizeitartikeln. Schwierigkeiten gibt es hingegen weiterhin im Baustoffbereich.

Handelskammerpräsident Michl Ebner wünscht sich zusätzliche Maßnahmen, um den Aufschwung des Baugewerbes und somit auch der Baumaterialienbranche zu unterstützen: „Mit der energetischen Sanierung von älteren öffentlichen Gebäuden könnten gleichzeitig positive Effekte für die Umwelt, die Wirtschaft und die Beschäftigung erzielt werden. Darüber hinaus würden die Energieeinsparungen die Sanierungskosten zum Großteil decken.“

Die Stellungnahmen der Vertreter der Wirtschaftsverbände:

„Die positive Stimmung ist erfreulich – in Südtirol auch deswegen, weil der Tourismus stark zugelegt hat. Nun gilt es diesen Aufwärtstrend mit entsprechenden wirtschaftsfreundlichen Maßnahmen auf Landes- und Staatsebene, wie Vereinfachungen bei den Rechtsvorschriften oder Steuererleichterungen, zu begleiten", meinte Werner Gramm, Vertreter des Großhandels im hds.

„Der Großhandel hat versucht, mit Hilfe der Handelsagenten die Zusammenarbeit mit den Kunden zu konsolidieren. Erreicht wurde dies durch personalisierten Kundenservice über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Produktqualität zu den administrativen Diensten bis zur Warenlieferung. Die Wettbewerbsfähigkeit kann nur durch ein gutes Preis/Leistungsverhältnis erreicht werden,“ konstatierte Federico Tibald, Präsident des Verbands der Selbständigen Südtirol.

stol

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