Donnerstag, 24. Januar 2019

„Wir haben ein großes Problem in Südtirol: Neid“

Vor zweieinhalb Jahren hat er sein Unternehmen in jüngere Hände gelegt: der Senior-Chef der Sterzinger Leitner-Gruppe, Michl Seeber. Die Übergabe selbst sei ihm überhaupt nicht schwer gefallen, sagt der Vollblut-Unternehmer im großen „Dolomiten“-Interview in der Donnerstag-Ausgabe. „Aber zuzusehen, wie bestimmte Geschäfte abgewickelt werden und wissend, dass man nur mehr zusehen und selbst nichts unternehmen darf, das war anfangs schon hart.“

Michl Seeber genießt den Ruhestand. - Foto: DLife
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Michl Seeber genießt den Ruhestand. - Foto: DLife

„D“: Wie kann man sich Michl Seeber in Rente vorstellen?

Michl Seeber: Es hat sich in meinem Leben relativ wenig geändert, außer, dass ich nun in der Früh das tun kann, was ich immer schon gerne getan hätte: länger schlafen. Ich bin ein ausgesprochener Spät-Schlafengeher und dementsprechend auch ein Spät-Aufsteher. Nun nehme ich mir die Freiheit, am Morgen zuerst die Zeitungen zu lesen und erst dann, gegen 10 Uhr ins Büro zu gehen. 

„D“: Sie haben Ende der 1960er-Jahre begonnen unternehmerisch tätig zu sein. Wie hat sich das Unternehmer-Sein in Südtirol in diesen Jahren verändert?

Seeber: Eigentlich hat sich sehr wenig verändert. Die Südtiroler Bevölkerung und vor allem auch die lokalen politischen Vertreter haben nach wie vor wenig Verständnis für die Industrie. Wenn ich daran denke, welche Probleme man uns bereitet und welche Schwierigkeiten man uns gemacht hat, bis wir endlich mit dem Bau der neuen Produktionshalle für Demaclenko  beginnen konnten, dann ist das unverständlich.

sor 

Was Michl Seeber zur Regierungskoalition SVP/Lega sagt, was er von den Plänen rund um den Flughafen Bozen hält und seine Meinung zur Zukunft der Europäischen Union lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol