Montag, 12. Januar 2015

Wirtschaftsbarometer: Geschäftsklima im Großhandel verhalten

Das Wirtschaftsbarometer des Instituts für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen (WIFO) zeigt eine verhaltene Stimmung im Südtiroler Großhandel: Nur 58 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Erträge im Jahr 2014 als zufriedenstellend. Für 2015 wird aber eine leichte Verbesserung erwartet.

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Foto: © shutterstock

Der Großhandel gehört zu den Sektoren, die am meisten unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen der vergangenen Jahre gelitten haben. Die Nachfrage sei auf dem lokalen Südtiroler Markt und vor allem auf dem italienischen Markt sehr schwach, heißt es in der Pressemitteilung des WIFOs. Darunter leide auch die Brückenfunktion zwischen Italien und den deutschsprachigen Ländern, die einen wesentlichen Bestandteil des Südtiroler Großhandels darstellt.

Dies wird von den Außenhandelsdaten bestätigt: 2013 sind die Einfuhren aus Österreich und Deutschland insgesamt um 4,5 Prozent gesunken, in den ersten drei Quartalen 2014 wurde eine weitere Abnahme um -0,7 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode verzeichnet.

Die positive Entwicklung auf den ausländischen Märkten kann die Einbußen auf dem italienischen und lokalen Markt nicht ausgleichen. So bewerten lediglich 58 Prozent der Südtiroler Großhandelsunternehmen ihre Ertragslage im vergangenen Jahr 2014 als zufriedenstellend. Die Lage ist aufgrund der Krise des Bausektors im Baustoffhandel besonders angespannt. Besser ist die Situation im Großhandel von Einrichtungsgegenständen, Hobby- und Freizeitartikeln sowie chemischen und pharmazeutischen Produkten.

Für 2015 erwarten die Großhändler eine leichte Verbesserung der Ertragslage, vor allem weil in den kommenden Monaten die Rezession in Italien voraussichtlich zu Ende gehen wird. Der Umsatz und die Verkaufspreise dürften steigen und 61 Prozent der Unternehmer/innen gehen von zufriedenstellenden Erträgen im laufenden Jahr aus.

Handelskammerpräsident Michl Ebner betont die unterstützende Rolle der öffentlichen Hand: „Die Bearbeitung der nationalen und internationalen Märkte muss gestärkt werden, denn nur so kann Südtirol seine Brückenfunktion beibehalten und ausbauen.“

stol