Mittwoch, 13. April 2016

Wohnbau: 10 Jahre früher von der Sozialbindung befreit

Wer ein Häusel kauft, baut oder wiedergewinnt und dazu auf die Wohnbauförderung zurückgreift, ging bisher immer automatisch eine Bindung für mehrere Jahrzehnte ein. Diese wird - laut neuem Gesetzt - für alle künftigen Bauten 10 Jahre früher gelöst. Für alle älteren Beitragsbezieher gilt: Sie können sich früher freikaufen.

Die Bindungsdauer für die geförderten Wohnbauten ist nun kürzer.
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Die Bindungsdauer für die geförderten Wohnbauten ist nun kürzer. - Foto: © shutterstock

Seit 23. März ist das neue Landesgesetz (Nr. 5 vom 28. März 2016) in Kraft, mit dem unter anderem die Dauer der Sozialbindungen für geförderte Wohnbauten verringert worden ist. Und zwar wurde die Bindungsdauer für alle geförderten Wohnbauten von 20 auf zehn Jahre herabgesetzt.
Von 30 auf 20 Jahre verkürzt wurde sie hingegen für Wohnbauten, die auf gefördertem Baugrund errichtet wurden. 

Diese neue Bestimmung kommt bei allen neuen Wohnbauförderungen automatisch zur Anwendung.

Im Fall von älteren Bauten muss eine Ablöse gezahlt werden

Für alle Wohnungen, die vor ihrem Inkrafttreten, also vor dem 23. März 2016, eine geförderte Wohnung gekauft oder gebaut haben und sich im zweiten Jahrzehnt der Sozialbindung befinden, besteht hingegen die Möglichkeit, eine frühzeitige Löschung der Bindung zu beantragen. 

Dieser wird nach Art der Förderung unterschiedlich berechnet:

A) Einmaliger Schenkungsbeitrag und zehnjähriger gleichbleibender Beitrag

In den ersten 5 Jahren des zweiten Bindungsjahrzehnts sind 10 % der kassierten Beträge geschuldet.
In den letzten 5 Jahren des zweiten Bindungsjahrzehnts sind 5 % der kassierten Beträge geschuldet.

B) Zinsfreies Darlehen

Das Restdarlehen, erhöht um die gesetzlichen Zinsen ab Beginn des zweiten Bindungsjahrzehnts. Sollte das Darlehen bereits getilgt worden sein ist ein Fünftel eines Drittels des gewährten Darlehensbetrages geschuldet.

C) Zinsbegünstigtes Darlehen

Die Zinsbeiträge welche für ein Jahr ausbezahlt wurden.

Wer hingegen eine Sozialbindungen im Zusammenhang mit einem geförderten Baugrund der Gemeinde vorzeitig löschen möchte, muss sich an die jeweilige Gemeinde wenden. Diese informiert auch über den zu entrichtenden Ablösebetrag.   

Die Bestimmung gilt NICHT für Wohnungen die nur Gegenstand einer Landesförderung für die konventionierte Wiedergewinnung sind.

stol/lpa/ker

stol