Mittwoch, 05. Februar 2020

88-jähriger Bozner wegen Fahrerflucht angezeigt

Ein betagter Autofahrer aus Bozen hat am Dienstagmorgen in Haslach einen Kinderwagen auf einem Zebrastreifen angefahren und umgestoßen. Ohne sich um das Kind und dessen geschockte Mutter zu kümmern, ist der Mann kurz darauf davongebraust. Der Stadtpolizei gelang es aber, den Mann nach einigen Stunden auszuforschen. Er wurde angezeigt.

Beim Überqueren dieses Zebrastreifens in Haslach musste eine Mutter miterleben, dass ihr Kinderwagen von einem Auto erfasst wurde.
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Beim Überqueren dieses Zebrastreifens in Haslach musste eine Mutter miterleben, dass ihr Kinderwagen von einem Auto erfasst wurde. - Foto: © ds

Ereignet hat sich der Zwischenfall am Dienstag gegen 7.20 Uhr beim Kreisverkehr an der Kreuzung Claudia-Augusta-Straße/Trientstraße in Haslach. Der 88-jährige H.E. aus Bozen war dabei, mit seinem Nissan Leaf von der Bahnunterführung in der Trientstraße kommend südwärts in die Claudia-Augusta-Straße einzubiegen. Zur selben Zeit war eine junge Mutter dabei, ihren 15 Monate alten Buben im Kinderwagen über den Zebrastreifen zu schieben.

Aus noch ungeklärter Ursache hat der Autofahrer offensichtlich Mutter und Kind nicht bemerkt und den Kinderwagen mit dem vorderen linken Eck des Autos gerammt, sodass er umstürzte. Das kleine Kind hat sich dabei einige Kratzer im Gesicht und am Arm zugezogen. Die Mutter stand unter Schock. Der betagte Autofahrer ist für wenige Augenblicke – ohne auszusteigen – stehengeblieben, ehe er seine Fahrt fortsetzte.

Sofort wurden die Rettungskräfte und die Stadtpolizei alarmiert. Letztere nahmen die Ermittlungen auf. Bei der Suche nach dem flüchtigen Autofahrer waren einerseits die Bilder einiger Überwachungskameras hilfreich, andererseits aber auch die Mutter des verletzten Kleinkindes, die sich einige Ziffern des Kennzeichens gemerkt hatte.

Noch im Laufe des späten Vormittags gelang es der Stadtpolizei, den Unfallfahrer in seiner Wohnung in Bozen auszuforschen. H.E. überreichte den Beamten von sich aus den Führerschein. Dieser wurde sofort eingezogen, wohl für mehrere Jahre. Der Mann muss nun mit einer Anzeige wegen Fahrerflucht und unterlassener Hilfeleistung rechnen.

ds