Mittlerweile gibt es in Italien 6 bestätigte Fälle von Affenpocken. Die Patienten werden allesamt im Nationalen Institut für Infektionskrankheiten Spallanzani in Rom betreut. <BR /><BR />Dies geht aus einem Rundschreiben des italienischen Gesundheitsministeriums hervor, in dem auch die Möglichkeit in Betracht gezogen wird, Kontaktpersonen mit höherem Risiko zu impfen - angefangen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen - und unter bestimmten Umständen eine Quarantäne zu verhängen.<BR /><BR />Grund zur Sorge sehe man noch keinen, betont die Region Latium. Dennoch sei das System zur Überwachung von Infektionskrankheiten in höchster Alarmbereitschaft.<BR /><BR />2 neue Fälle von Affenpocken wurden in der Lombardei gemeldet. Beide Patienten befinden sich in Isolation in ihrer Wohnung. Den Infizierten gehe es den Umständen entsprechend gut, sie stehen unter ärztlicher Beobachtung, meldet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.<BR /><BR /><b>EU kauft Impfstoff für Mitgliedstaaten</b><BR /><BR />Unterdessen hat das spanische Gesundheitsministerium angekündigt, dass die EU Impfstoffe und Virostatika kaufen will, um sie den Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Affenpocken zur Verfügung zu stellen. Ministerin Carolina Darias teilte außerdem mit, dass es sich bei dem zu beschaffenden Pockenimpfstoff um Imvanex handelt, der von einem dänischen Unternehmen hergestellt wird.<BR /><BR />Laut Rundschreiben des italienischen Gesundheitsministeriums wurden bis zum 23. Mai insgesamt 68 bestätigte Fälle in 8 EU-Staaten gemeldet. Mindestens 42 weitere Verdachtsfälle werden derzeit untersucht. In den vergangenen Tagen haben die Infektionen jedoch weiter zugenommen und werden auch aus den USA, Kanada, Australien, der Schweiz und Israel gemeldet. Bislang sind keine Todesfälle zu beklagen. <BR /><BR /><b>Quarantäne und Impfung in Ausnahmefällen</b><BR /><BR />Die Verbreitung der Affenpocken wird weiterhin aufmerksam überwacht und das Ministerium weist darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Verbreitung des Virus durch engen Kontakt,etwa bei sexuellen Aktivitäten, „als hoch“ angesehen wird, während die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung zwischen Personen ohne engen Kontakt gering sei. <BR /><BR /> Infektiologen und Gesundheitsbehörden schließen derzeit das Risiko einer Epidemie aus, eine Massenimpfung wird daher nicht in Erwägung gezogen. In dem ministeriellen Rundschreiben heißt es jedoch zu den geplanten Gegenmaßnahmen, dass eine Impfung nach dem Kontakt mit dem Virus „idealerweise innerhalb von 4 Tagen für Kontaktpersonen mit höherem Risiko, wie etwa Beschäftigte des Gesundheitswesens, einschließlich Laborpersonal, nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und des Nutzens in Betracht gezogen werden kann“. <BR /><BR />In bestimmten ökologischen und epidemiologischen Zusammenhängen können auf der Grundlage von Bewertungen der Gesundheitsbehörden auch Quarantänemaßnahmen erforderlich sein. Darüber hinaus könne der Einsatz spezifischer Virostatika im Rahmen von Versuchsprotokollen in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Personen mit schweren Symptomen oder bei immungeschwächten Personen.<BR /><BR />Das Ministerium weist darauf hin, dass ein 21-tägiges Monitoring für Kontaktpersonen von Erkrankten und ein Stopp von Blutspenden durch asymptomatische Kontaktpersonen geplant sieien. Allen Kontaktpersonen wird dann geraten, keine engen Beziehungen zu schwangeren Frauen, Kindern und gebrechlichen Personen zu unterhalten. <BR /><BR />Aus dem Rundschreiben geht zudem hervor, dass eine Übertragung vom Menschen auf Haustiere „theoretisch möglich“ sei. Daher müsse die Situation nun weiterhin beobachtet werden: „Aber“, so der Infektiologe Massimo Galli gegenüber Aansa, „es handelt sich sicher nicht um ein Virus, das ein Kandidat für die Entstehung einer Pandemie ist, wie das Coronavirus“. <BR />