Dienstag, 12. November 2019

Anleger um Millionen betrogen: Bande ausgeforscht und angeklagt

Die Finanzpolizei von Bruneck hat unter Koordinierung von Eurojust, der Justizbehörde der EU, und in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei in Köln eine Betrügerbande ausgeforscht. Diese hatte Investoren im In- und Ausland mit dubiosen Anlagegeschäften um hohe Geldbeträge gebracht. Auch ein in Bruneck wohnhafter Mann soll beteiligt gewesen sein.

Die Finanzpolizei Bruneck war maßgeblich an den Ermittlungen beteiligt.
Badge Local
Die Finanzpolizei Bruneck war maßgeblich an den Ermittlungen beteiligt. - Foto: © Finanzpolizei

Die potenziellen Opfer wurden durch die Organisation von Meetings in Hotels und Konferenzräumen oder durch Mundpropaganda und durch die Nutzung sozialer Netzwerke, insbesondere Skype, angelockt.

Geschickt gewannen die Betrüger das Vertrauen der Investoren und verleiteten sie zu fingierten Anlagegeschäften, indem sie die Investition mit falschen Renditeversprechen schmackhaft machten. Doch im Endeffekt gab es keinerlei renditeträchtige Geschäftstätigkeit.

Allein in Italien haben 112 betrogene Anleger Klage eingereicht, darunter auch Südtiroler. Der finanzielle Schaden hier beläuft sich auf mehr als 1,3 Millionen Euro.

Doch damit nicht genug. Die Bande handelte auf internationaler Ebene und suchte sich ihre Opfer nicht nur in Italien, sondern auch in anderen europäischen Ländern wie etwa in Deutschland, der Schweiz, Spanien und Ungarn. Der Gesamtschaden soll bei etwa 12 Millionen Euro liegen.

Die Geldbeträge wurden allesamt an eine spanischen Firma überwiesen.

Besagte Firma geriet schon im Jänner ins Visier der Ermittler, nachdem sich zahlreiche Anleger beschwert hatten.

Bei den darauffolgenden Razzien in Spanien seien zeitgleich zahlreiche Wohnungen und Firmenräume durchsucht worden, hieß es. Die Fahnder beschlagnahmten neben Unterlagen und Konten unter anderem auch 2 Luxusautos, haufenweise Bargeld und 12 Zuchtpferde auf einem Gestüt in Spanien.

Ein wichtiger Ermittlungsstrang führte schließlich auch nach Südtirol. Ein in Bruneck ansässiger Mann, A.P., soll als Chef einer Schweizer Finanzierungsgesellschaft in die betrügerischen Machenschaften verwickelt gewesen sein. Ein geschädigter Schweizer Bürger hatte sich an die Brunecker Finanzwache gewandt.

Die Bozner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen 9 Personen erhoben. Die Ermittlungen dauern an.

vs