<h3> Einmaliger Ausraster</h3>Am Morgen des 27. Jänner 2019 hatte ein 34-Jähriger aus Togo, der zuvor 2 Jahre lang im Asylwerberheim „Ex Alimarket“ gearbeitet hatte, zunächst einen Arbeitskollegen tätlich angegriffen und war dann splitternackt aus einem Fenster auf die Straße gesprungen. Dort hatte er eine Eisenstange aus der Verankerung gerissen und begonnen, auf geparkte Autos und Schaufenster einzuschlagen. Erst mehrere Beamte von Carabinieri und Polizei konnten den Mann überwältigen. Er wurde zuerst in der Psychiatrie im Bozner Krankenhaus unter Sicherheitsverwahrung gestellt, in der Folge sollte er – sobald sich dort ein freier Platz ergeben würde – in die regionale Einrichtung für die Durchführung von Sicherungsmaßnahmen (REMS) nach Pergine überstellt werden. Er blieb bis zum Strafverfahren in psychologischer Behandlung. <BR /><BR />Die psychiatrische Amtsgutachterin kam zum Schluss, dass der Mann im Moment der ihm zur Last gelegten Taten völlig unzurechnungsfähig war. Deshalb sei er auch nicht schuldfähig. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. Da der 34-Jährige laut Gutachten keine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, weil seine Handlung im Jänner 2019 eine einmaliger Ausraster gewesen sei, wurde er auf freien Fuß gesetzt. Auf eigenen Wunsch hin blieb er aber weiterhin in einer Einrichtung, wo er betreut und behandelt werden konnte. <h3>9 Personen verletzt</h3>Ein ähnlicher Fall, bei dem aber auch mehrere Menschen zu Schaden kamen, ereignete sich am 25. Juni 2021 in Leifers. Einem 30-Jährigen aus Nigeria wurde zur Last gelegt, in der Kennedystraße Gäste in verschiedenen Straßencafés und Passanten mit Steinen und Flaschen beworfen und einige mit einer Eisenstange geschlagen zu haben. 9 Personen wurden dabei verletzt. 4 Leiferern gelang es schließlich, den Tobenden festzuhalten, bis die Ordnungshüter eintrafen und den Mann ins Bozner Gefängnis brachten. Schon bald bestätigten sich Verdachtsmomente, wonach der 20-Jährige erhebliche psychische Probleme haben dürfte. Gegenüber einem Mithäftling hatte er erklärt, der Dorfschamane habe ihm verboten, zu reden, weshalb er beim Haftprüfungstermin nicht einmal aus seiner Zelle kommen wollte. Wie sich herausstellte, war der Mann als unbegleiteter Minderjähriger nach Italien gekommen. 2 Jahre zuvor war er aus Nigeria geflüchtet. Der Asylkommission in Verona hatte er seine traumatische Flucht geschildert. Er erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung, um sich behandeln zu lassen. Aus seiner Krankenakte ging hervor, dass er nach wie vor in psychiatrischer Behandlung war und einen Sachwalter hatte. <BR /><BR />Der psychiatrische Sachverständige befand, dass der Nigerianer zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war, womit auch seine Schuldfähigkeit nicht gegeben war. Er wurde freigesprochen, und das Strafverfahren wurde eingestellt. Dem Mann war eine potenzielle Gemeingefährlichkeit bescheinigt worden, sein Zustand habe sich dank der Behandlung aber deutlich gebessert. Nach der fachgerechten Betreuung im Therapiezentrum St. Isidor in Kohlern wurde er unter beaufsichtigte Freiheit gestellt. <BR /><BR />Ganz anders stellte sich die Sachlage im Fall eines 25-Jährigen aus Nigeria dar. Ihm wurde vorgeworfen, am 2. Oktober 2019 am Branzoller Bahnhof seine Ex-Freundin lebensgefährlich verletzt zu haben, indem er auf sie eingeschlagen, eingetreten und ihr mit einer abgebrochenen Glasflasche tiefe Schnittwunden zugefügt hatte. <h3>Mordversuch: 12 Jahre Haft</h3>Augenzeugen griffen ein und schützten die Frau. Ihnen zufolge habe der Angreifer wie entfesselt gewirkt. Später erklärte der 25-Jährige, er sei überzeugt, in seiner Heimat mit einem „Juju-Zauber“ belegt worden zu sein, weshalb er „Stimmen gehört“ habe. Und diese hätten ihm auch eingeflüstert, seine Ex-Freundin anzugreifen. Laut psychiatrischem Gutachten, dem der Mann in der Folge unterzogen wurde, war er aber zur Tatzeit voll einsichts- und willensfähig. Im verkürzten Verfahren wegen Mordversuch wurde er zu 13 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt, in zweiter Instanz verzichtete er auf die Berufung, wodurch es zu einer Einigung („condordato“) mit der Generalanwaltschaft auf ein Strafmaß von 12 Jahren Haft kam. Der Mann blieb hinter Gittern.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/schwestern-von-nweke-chukwuka-warnten-er-ist-krank" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier Details und Hintergrundinfos zur schrecklichen Tat in Rovereto, bei der Nweke Chukwuka (37) aus Nigeria so brutal auf Iris Setti (60) eingeschlagen haben soll, dass sie ihren Verletzungen erlag. </a><BR />