Dienstag, 27. Juli 2021

Aufruf an die Bevölkerung: „Auf Warnungen und Wetter achten“

Landesrat Arnold Schuler hat am heutigen Dienstag nach der Sitzung der Landesregierung ausgehend vom Hochwasserereignis in Seis an die Vorbeugemaßnahmen und das System der Warnung und Alarmierung erinnert.

Unwetter wie jenes in Seis sind unberechenbar, weshalb die Bevölkerung aufgerufen ist, auf Warnungen und Wettermeldungen zu achten.
Badge Local
Unwetter wie jenes in Seis sind unberechenbar, weshalb die Bevölkerung aufgerufen ist, auf Warnungen und Wettermeldungen zu achten. - Foto: © Rosario Multari
„Viele Vorbeugemaßnahmen sind in der Vergangenheit getroffen worden, um das Gefahrenpotenzial durch Unwetter zu verringern“, unterstrich Bevölkerungsschutzlandesrat Schuler.

„Dazu zählen Verbauungen der Wildbach- und Lawinenverbauung, in die jedes Jahr zwischen 25 und 30 Millionen Euro investiert werden. Über 60 der 116 Südtiroler Gemeinden verfügen derzeit zudem über Gefahrenzonenpläne, weitere sind noch in der Phase der Ausarbeitung. Gefahrenzonenpläne sind sehr wertvoll für die Abschätzung der Risiken, mit denen sich auch seltene Ereignisse, die mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit alle 300 Jahre auftreten, relativ gut abbilden lassen.“

Besondere Vorsicht bei Gewittern geboten

Im Gegensatz zu der Niederschlagsmenge infolge von Tiefdruckgebieten, die gut vorausberechnet werden können, seien jene von Gewittern schwierig vorauszusagen, betonte Schuler. Die entsprechenden Niederschläge seien oft sehr lokal, weshalb bei Gewittern besondere Vorsicht geboten sei.

„Wir haben an den Beispielen in unseren Nachbarländern Deutschland und Österreich gesehen, wie schnell die Situation außer Kontrolle geraten kann. Aber auch in Seis haben wir erkennen müssen, wie man trotz aller bisherigen Maßnahmen und Prognosen von Unwetterereignissen überrascht werden kann.

Kein unnötiges Risiko eingehen

Deshalb richtete Landesrat Schuler einen Aufruf an die Bevölkerung: „Es gilt, auf die Warnungen zu achten: Wenn etwa der Zivilschutzstatus erhöht wird, sollte die Wetterlage in den Wetterberichten im Auge behalten und auf etwaige Radiodurchsagen geachtet werden.“

Jede Bürgerin und jeder Bürger könne sich die Südtiroler Wetter-App herunterladen, mit der die Richtung der Gewitterfront angezeigt wird und Push-Meldungen empfangen werden können.

Im Falle eines Unwetters bzw. drohender Gefahr durch Wasser und Muren gelte es, sich in Sicherheit zu bringen und kein unnötiges Risiko einzugehen.

Flächendeckendes Netz von Sirenen in Südtirol

Landesrat Schuler erinnerte an die Alarmierung der Bevölkerung, die über ein flächendeckendes, zentral gesteuertes Netz von rund 600 Sirenen erfolgt und in ganz Südtirol hörbar ist.

Es gibt 3 unterschiedliche Signale: Die wöchentliche, landesweite Sirenenprobe mit einem 15 Sekunden langen Dauerton wird immer samstags kurz vor 12 Uhr durchgeführt.

Der Feuerwehralarm hingegen besteht aus einem dreimaligen 15 Sekunden langen Dauerton, unterbrochen von zweimaliger 7 Sekunden dauernder Pause. Der Zivilschutzalarm schließlich ist ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton ohne Pausen.



Dank an viele Helfende, die Großartiges geleistet haben

„Bei Unwettern wird immer wieder von den vielen Helfern Großartiges geleistet. Am Beispiel Seis war wieder beeindruckend zu sehen, was die Feuerwehrleute und die vielen Freiwilligen nicht nur beim Ersteinsatz, sondern auch bei den Aufräumarbeiten geleistet haben. Ich nütze aber auch die Gelegenheit, um mich bei den Mitarbeitern des Landes, in erster Linie der Agentur für Bevölkerungsschutz, für ihren Einsatz und Professionalität zu bedanken“, unterstrich Landesrat Schuler, der sich von der Situation nach dem Unwetter in Seis selbst ein Bild vor Ort gemacht hatte.

„Immer wieder haben sich die unbürokratischen Möglichkeiten, die die Agentur für Bevölkerungsschutz hat, als großer Vorteil erwiesen“, legte Landesrat Schuler dar: „So waren bei dem Ereignis in Seis nicht nur unsere Mitarbeiter im Einsatz, sondern noch in der Nacht beziehungsweise am darauffolgenden Morgen 20 Maschinen von 5 privaten Firmen mit entsprechendem Personal. Mein Dank ergeht an dieser Stelle auch an die vielen privaten Firmen, die innerhalb von wenigen Stunden schweres Gerät und entsprechendes Personal bereitstellen.“

lpa