Samstag, 28. März 2020

Corona-Pressekonferenz ab Montag auch für Hörgeschädigte

Für Hörgeschädigte ist der Zugang zu Informationen in Mundschutz-Zeiten besonders schwer. Ab Montag wird die virtuelle Medienkonferenz daher in deutsche und italienische Gebärdensprache übersetzt.

In Kontakt mit Hörgeschädigten und deren Interessensvertretern: Bild eines Treffens im Herbst 2019 mit Landeshauptmann Kompatscher, Landesrätin Waltraud Deeg und Landesrat Thomas Widmann.
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In Kontakt mit Hörgeschädigten und deren Interessensvertretern: Bild eines Treffens im Herbst 2019 mit Landeshauptmann Kompatscher, Landesrätin Waltraud Deeg und Landesrat Thomas Widmann. - Foto: © LPA/Barbara Franzelin
Ab Montag, 30. März, wird die tägliche virtuelle Landesmedienkonferenz zu den neuesten Entwicklungen des Coronavirus auch für hörgeschädigte Bürger besser verständlich: Die Landesagentur für Presse und Kommunikation stellt einen entsprechenden Dienst zur Verfügung, der den rund 300 Gehörlosen in Südtirol den Zugang zu den gewünschten Informationen ermöglichen soll.

Kompatscher: „Von Anfang an ein Anliegen“

Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärt, dass der Landesregierung dieser Dienst von Anfang an ein Anliegen war: „Wir wissen, dass die Maßnahmen gegen das Coronavirus derzeit die Freiheit aller Bürgerinnen und Bürger einschränken. Hörgeschädigte haben es besonders schwer, weil sie oft Lippen lesen.“ Der vorbeugende Mundschutz schränke die Verständlichkeit im Alltag der Hörgeschädigten zusätzlich ein. „Gerade deshalb wollen wir die Informationen unserer täglichen virtuellen Medienkonferenz für möglichst viele Menschen zugänglich machen“, erklärt der Landeshauptmann. In Südtirol galt es besondere Schwierigkeiten zu überwinden: Auch die Hörgeschädigten kommunizieren in 2 Sprachen. „Dafür mussten wir erst das ausgebildete Personal finden“, sagt Kompatscher.

Zeitverzögert, aber noch am Tag der Ausstrahlung

Ab Montag starten ausgebildete Dolmetscher direkt nach Ende der jeweiligen virtuellen Medienkonferenz der Landesregierung mit der Übersetzung in die deutsche und italienische Gebärdensprache. Zeitverzögert, aber noch am Tag der Ausstrahlung, wird das Video dann im Bereich „Corona“ auf der Internetseite des Landes Südtirol veröffentlicht – mit Übersetzung der gesamten Konferenz in beiden Gebärdensprachen. Eine Live-Simultanübersetzung in den beiden Sprachen Deutsch und Italienisch ist aus technischen Gründen und mangels verfügbaren Personals aktuell leider nicht möglich.

Im Lauf der Woche auch Schriftprotokoll

Im Lauf der kommenden Woche baut die Landespresseagentur den Dienst um eine weitere Stufe aus: Ab dann erstellen Schriftdolmetscher eine Mitschrift in beiden Sprachen, die in 2 getrennten PDF-Dateien ebenfalls online gestellt werden. Landeshauptmann Arno Kompatscher ist überzeugt: „Dieser Dienst ist dann nicht nur für hörgeschädigte, sondern sicher für alle Bürgerinnen und Bürger sowie für die Medienvertreter eine hilfreiche ergänzende Informationsquelle.“

Untertitel-Funktion auf Youtube


Gleichzeitig verweist die Landespresseagentur darauf, dass Youtube eine Funktion mit automatischen Untertiteln zur Verfügung stellt. Die virtuelle Landesmedienkonferenz wird bekanntlich abwechselnd über den deutsch- und italienischsprachigen Youtube-Kanal des Landes Südtirol ausgestrahlt. Diese Untertitel sind gerade für Hörgeschädigte hilfreich. Allerdings ist damit laut Landespresseagentur keine hundertprozentig einwandfreie Übersetzung gesichert. Um Missverständnissen vorzubeugen, empfiehlt die Landespresseagentur, im Zweifel jene schriftlichen Informationen zu konsultieren, die im oben genannten Corona-Bereich der offiziellen Internetseite des Landes Südtirol veröffentlicht sind.

lpa