Dienstag, 25. Februar 2020

Coronavirus: Alles, was Sie wissen müssen

Wie geht es dem Terlaner Corona-Patienten? Was passiert mit den Menschen, mit denen er Kontakt hatte? Was ist überhaupt ein Verdachtsfall für das Virus, wer ist gefährdet und was ist im Notfall zu tun? Das und vieles mehr, erfahren Sie hier.

Diese Telefonnummer wurde eigens dafür eingerichtet, dass scih die Bevölkeurng informieren kann.
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Diese Telefonnummer wurde eigens dafür eingerichtet, dass scih die Bevölkeurng informieren kann. - Foto: © lpa
„Bis auf Weiteres“, unterstrich Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, „gilt die Notverordnung vom vergangenen Sonntag (23. Februar), nach der – neben den in dieser Ferienwoche geschlossenen Schulen – bis zum Sonntag (1. März) auch alle Kleinkindbetreuungseinrichtungen, die Freie Universität Bozen, die Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana und das Konservatorium Claudio Monteverdi geschlossen bleiben. Wie danach vorgegangen wird, hängt von den sich ständig verändernden Bedingungen ab.“ Dies wurde am Dienstag bei der Besprechung der Lage im Lagezentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz erklärt.

Umfeldkontrollen laufen

„Dem Patienten auf der Isolierstation im Landeskrankenhaus Bozen“, erklärte Notfallmedizin-Primar Marc Kaufmann, „der bei einem zweiten Screening positiv auf das Coronavirus getestet wurde, geht es gut, die Umfeldkontrollen sind in vollem Gange“.

Inzwischen wurde bekannt, wo dieser 31-jährige Mann aus Terlan arbeitet. Die Gesundheitsbehörden haben alle nötigen Maßnahmen ergriffen, um den Firmensitz und alle Arbeitskollegen des Mannes zu kontrollieren bzw. zu schützen. Die Mitarbeiter wurden aufgefordert, zumindest vorerst von Zuhause aus zu arbeiten. Da die Nennung des Firmennamens nicht von öffentlichem Interesse ist, verzichtet STOL darauf.

Was ist ein „Verdachtsfall“?

Ein Verdachtsfall für COVID-19, erklärt Primar Kaufmann, „ist ein Patient mit klinischer Symptomatik - Fieber, Husten, Atemnot - und bestätigtem Aufenthalt innerhalb der letzten 14 Tage in China oder in einer Gemeinde oder einer Stadt, die als Rote Zone für COVID-19 definiert wurde“.

Zusätzlich gilt als „Verdachtsfall für COVID-19“ jeder, der im engen Kontakt mit einem bestätigtem Erkrankungsfall innerhalb der letzten 14 Tage stand sowie auch sanitäres Personal, das in den vergangenen 14 Tagen ungeschützt in einer sanitären Struktur gearbeitet hat, wo COVID-19 Patienten behandelt wurden.

Was bedeutet „Enger Kontakt mit COVID-19“?

Als Enger Kontakt gilt ein Aufenthalt in geringer Entfernung, unter einem Meter Abstand zur anderen Person, speziell in geschlossenen Räumen und über einen längeren Zeitraum mit einem COVID-19 Patienten.
Vorgangsweise für einen „Engen Kontakt“ mit COVID-19 in Südtirol
laut heutigem (25. Februar) Stand gilt: Die Betroffenen werden für 14 Tage isoliert, dies kann auch zuhause erfolgen, erläutert Primar Kaufmann: Besonders wichtig sind strengste Hygiene-Maßnahmen wie regelmäßige Händedesinfektion, Oberflächendesinfektion - etwa im Bad oder WC - mit geeigneten Mitteln und das Tragen eines Mundschutzes bei jeglichem Kontakt mit anderen Menschen im Haushalt. Zusätzlich wird zweimal täglich die Körpertemperatur gemessen und telefonisch dem Dienst für Hygiene mitgeteilt.

Vorgangsweise bei einem „Verdachtsfall für COVID-19“

Bei Auftreten von Krankheitssymptomen - Fieber, Husten, Atemnot - wird aus dem „Engen Kontakt“ ein „Verdachtsfall“, und es erfolgt die stationäre Aufnahme in die Infektionsabteilung am Krankenhaus Bozen mit Spezialdiagnostik für einen COVID-19-Infekt mittels Nasen-Rachen-Abstrich. Der Test muss nach 24 Stunden zur Bestätigung der Diagnose wiederholt werden. Dies gilt, wie Primar Kaufmann erklärt, für Südtirol laut heutigem (25. Februar) Stand.

Grüne Nummer

Seit der Aktivierung der Grünen Nummer, berichtete der Koordinator der Verkehrsmeldezentrale Markus Rauch, heute um 8 Uhr früh werden stündlich zwischen 50 und 60 Telefonate beantwortet; die Zahl der Anrufe ist wesentlich höher.

Von 8 bis 20 Uhr sind unter der Grünen Nummer 800 751 751 Auskünfte erhältlich.

Lagezentrum rund um die Uhr besetzt

Im Lagezentrum bei der Berufsfeuerwehr in der Agentur für Bevölkerungsschutz laufen alle Fäden zusammen, regelmäßig werden Lagebesprechungen abgehalten, an der heute Vormittag neben dem Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger auch Landesrat Arnold Schuler teilnahm.


lpa