Täglich erhalten wir in der Redaktion E-Mails und Briefe von aufgebrachten Impfgegnern, die uns grob beschimpfen und bedrohen. Was in den sozialen Netzwerken an Schmutzkübelkampagne abgeht, ist erschreckend. Der Landeshauptmann, der Gesundheitslandesrat und der SVP-Obmann werden massiv bedroht. In den sozialen Netzwerken wird eine Stimmung erzeugt, die von Hass und Drohungen trieft.<BR /> <BR /><BR />Diese Mischung ist explosiv. Man hat bei der Besetzung des Deutschen Bundestages und beim Sturm auf das Kapitol in Washington gesehen, welche zerstörerische Kraft diese Mixtur entwickeln kann. Das ist eine Gefahr für die Demokratie und für alle demokratischen Parteien, auch für die Parteien in Südtirol.<BR /><BR />Dieser Bewegung kann man nur entgegentreten, wenn man die Bevölkerung rechtzeitig mit sachlicher Information überzeugt, dass Impfen, Testen und Vorsicht der einzige Weg sind, der aus der Pandemie führt. <BR /><BR />Wir haben immer noch viel zu viele Mitmenschen, die sich nicht impfen lassen. Da sind die älteren, oft alleinlebenden Personen, für die eine Anmeldung zur Impfung eine unüberwindbare Hürde darstellt. Die Sanitätsbehörde muss die Hilfsbedürftigen aufspüren und zur Impfung führen. <BR /><BR />Nicht nachzuvollziehen sind zudem die hohen Zahlen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Altenheimen und in der Sanität, die sich weigern, geimpft zu werden. Diese Weigerung ist unverständlich, weil ihr Berufsethos mit „helfen und heilen“ überschrieben werden kann. Mit ihrer Weigerung gefährden sie aber genau jene, die sie betreuen. Und sie gefährden sich selbst und ihre Familien.<BR /><BR />Da das Gemeinwohl gefährdet ist, wird sich der Staat wohl überlegen müssen, eine Impfpflicht, wie sie früher üblich war, einzuführen. Zu hoffen ist, dass eine derartige Zwangsmaßnahme nicht notwendig sein wird und dass die Vernunft und die Einsicht siegen. <BR /><BR />Sich impfen lassen ist ein Akt der Solidarität, aber auch der Nächstenliebe.<BR />