Montag, 21. März 2022

Deutscher Orden öffnet Ukrainern seine Tore

Entsprechend seinem Auftrag „Helfen, Heilen, Wehren“ bietet der Deutsche Orden Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine nicht nur in Südtirol seine Hilfe an, sondern auch darüber hinaus. Hochmeister P. Frank Bayard OT und sein Vorvorgänger, Althochmeister P. Arnold Wieland OT, haben kürzlich über die 4 Unterbringungsangebote in Südtirol gesprochen. „Wenn wir die Möglichkeit haben, zu helfen, dann tun wir das natürlich gerne“, sagt Prior Wieland.

Hochmeister P. Frank Bayard OT (links) und Althochmeister P. Prior Arnold Wieland OT. - Foto: © fm

Das ehemalige Pflegeheim St. Anna in Niederlana wurde in den vergangenen Monaten für die Aufnahme von Senioren renoviert und angepasst. Nun wird es der Deutsche Orden etwa 50 Flüchtlingen bereitstellen. Der Althochmeister erwartet vor allem Frauen mit Kindern.

„Wir hoffen, am Montag oder Dienstag die Autorisierung seitens des Landes zu bekommen, um St. Anna in Lana für ukrainische Flüchtlinge zu öffnen“, sagt Sepp Haller, der Direktor der Pflegeeinrichtungen des Deutschen Ordens. „Die Betten sind bereits gemacht und das Haus ist auch schon aufgeheizt.“

Der Deutsche Orden bittet deshalb auch um Geldspenden für das Aufnahmezentrum St. Anna in Lana, um Gebrauchsgüter des täglichen Bedarfs zu finanzieren, die nicht durch Sachspenden gedeckt werden können. Zudem möchte die Ordensleitung den Flüchtlingen auch ein kleines Taschengeld zur Verfügung stellen. Ein Spendenkonto wurde bereits eingerichtet. Kennwort: „St. Anna für die Ukraine“ – IBAN IT11 C 08115 58490 000301056115.

Außerdem hat der Orden 2 Unterbringungsmöglichkeiten in Obermais mit etwa 25 Plätzen bei den Salvatorianerinnen und mit rund 10 Plätzen im Ex-Hotel „St. Valentin“: Letzteres Gebäude wird bereits seit einigen Jahren als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Und bei den Salvatorianerinnen sind die ukrainischen Flüchtlinge bzw. Frauen und Kinder bereits am Freitag und Samstag eingetroffen.

Darüber hinaus sollen im Erzherzog-Eugen-Haus in Lengmoos am Ritten etwa 25 Personen eine Unterkunft finden. In diesem Zusammenhang möchte der Prior Gerüchte aus der Welt schaffen: „Wir sind weiterhin daran interessiert, das Erzherzog-Eugen-Haus, wenn es gebraucht wird, zur Unterbringung der Musikschule zur Verfügung zu stellen“, betont der Prior. „In der Zwischenzeit werden darin aber Flüchtlinge unterkommen.“

Abt P. Frank Bayard freut sich über die große Hilfsbereitschaft seines Ordens in Südtirol und weist auch auf Projekte der Brüder, Schwestern und Familiaren in anderen Ländern hin: So haben zum Beispiel die österreichischen Brüder und er selbst nach Marienburg in Polen gespendet, wo bereits mehr als 100 Flüchtende angekommen sind.

Weiters sammeln die Familiaren aus Deutschland und Österreich Spenden für die Ukraine. Und die Schwestern in Passau (Bayern) stellen Teile ihres Klosters zur Unterbringung von Frauen und Kindern bereit. Zudem bringen die Ordensbrüder in Deutschland in einer leerstehenden Einrichtung 60 Personen unter. „Es gibt sicherlich auch noch zahlreiche andere Projekte unserer Brüder, Schwestern und Familiaren, die gar nicht bis zum Hochmeister durchgedrungen sind“, ist Generalabt P. Frank Bayard überzeugt.

fm

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