Montag, 23. März 2020

Dienste für Obdachlose und Flüchtlinge werden ausgedehnt

Am Montag Vormittag tagte der Stadtrat per Videokonferenz. Bei der anschließenden Pressekonferenz teilte Bürgermeister Caramaschi mit, dass heute beschlossen wurde, alle Dienste für Personen in Notlagen für die gesamte Dauer des nationalen Gesundheitsnotstandes weiterzuführen beziehungsweise auszudehnen.

Der Stadtrat tagte per Videokonferenz.
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Der Stadtrat tagte per Videokonferenz. - Foto: © Gemeinde Bozen
Der Vorschlag des Stadtrates für Sozialpolitik, Juri Andriollo wurde gutgeheißen, der insbesondere Maßnahmen für obdachlose Personen vorsieht, die Einrichtungen in Bozen nutzen, die der Verein Volontarius im Auftrag der Gemeinde Bozen und des Betriebs für Sozialdienste Bozen BSB führt.

Das Maßnahmenpaket war notwendig, um den Verordnungen des italienischen Ministerpräsidenten zur Eindämmung der Covid-19-Erkrankungen nachzukommen und um die Sicherheit der Personen, die sich in den Einrichtungen aufhalten, sowie des Personals, das diese Menschen betreut, zu gewährleisten. Die monatlichen Mehrausgaben von 44.400 Euro übernimmt zum Teil die Gemeinde, zum Teil das Land.

Verteilung von Mahlzeiten neu organisiert

Bürgermeister Caramaschi verweist darauf, dass in den vergangenen Tagen die Essensausgabe am Verdiplatz geschlossen und die Verteilung von Mahlzeiten an die Obdachlosen neu organisiert worden ist und dass Flüchtlingsfamilien ab sofort auch untertags in der Schlafstätte „Gorio 2“ in der Schlachthofstraße bleiben können. Diese ist außerdem ab sofort rund um die Uhr geöffnet, und sie wird einmal in der Woche gründlich desinfiziert. Der Stadtrat hat die damit verbundenen Mehrausgaben genehmigt.

Auch die Räume in der Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (rotes Haus) in der Romstraße werden regelmäßig desinfiziert. Es wurde weiters beschlossen, dass die Notunterkunft „Graf Forni“ für obdachlose Frauen in der Rittner Straße 31 rund um die Uhr geöffnet bleibt.

In den Räumen im 1. Stock der Notunterkunft, die in der Vergangenheit saniert worden sind und derzeit leer stehen, können bei Bedarf Frauen untergebracht werden, die gesundheitliche Probleme haben: Sie können in diesen Zimmern von anderen Bewohnerinnen abgeschirmt wohnen, bis eine genaue Diagnose vorliegt.

Weitere Dienste

Die von der Caritas geführte Einrichtung „Migrantes“ dehnt ebenfalls ihre Öffnungszeiten aus: Hier gibt es Duschen, Waschmaschinen, eine Poststelle und eine Gepäckaufbewahrung für Personen, die einen Asylantrag gestellt haben oder aus einem Nicht-EU-Land stammen.

Auch die Verteilung der Mahlzeiten an Obdachlose und andere Menschen in einer schweren Notlage, die eine der Einrichtungen der Stadt nutzen, wird ab sofort neu organisiert und ausgebaut. Das Winterhaus in der Carduccistraße bleibt noch einen weiteren Monat geöffnet: Der Stadtrat hat einen Beitrag genehmigt, damit eine zusätzliche Betreuungsperson eingestellt und die regelmäßige Desinfizierung der Räume durchgeführt werden kann.

stol