<b>STOL: Warum wurde in Südtirol in letzter Zeit so oft eingebrochen?</b><BR />Christian Carli: Das kann daran liegen, dass zur Vorweihnachtszeit viele Leute auswärts unterwegs waren, um Weihnachtseinkäufe zu tätigen und Verbrecher ihre Möglichkeit zuzuschlagen genutzt haben. Es kann aber auch nur Zufall sein, denn Banden halten sich oft für eine gewisse Zeit in einer bestimmten Zone auf, verüben geplante Einbrüche und ziehen dann wieder weiter. Es kann auch passieren, dass Verbrecher nicht nur innerhalb einer Region weiterziehen, sondern ihre illegalen Tätigkeiten sogar im Ausland fortführen.<BR /><BR /><BR /><b>STOL: In vielen Fällen fehlt von den Einbrechern jede Spur. Was macht die Suche nach den Tätern so schwierig?</b><BR />Carli: Die oftmals fehlenden Beweise. Jemanden auf frischer Tat bzw. unmittelbar nach der Tat zu ertappen, wäre natürlich der Idealfall – doch das passiert äußerst selten. In diesem Zusammenhang ist Video- und Bildmaterial sehr hilfreich – speziell, wenn ein Gesicht oder das Kennzeichen eines Fluchtwagens identifiziert werden kann. Aber auch das ist wiederum in der Theorie einfacher gesagt, als schlussendlich in der Praxis umgesetzt, da die Verbrecher meist nicht unvorbereitet agieren. Darum ist es umso wichtiger – wenn möglich – präventiv zu handeln, damit es gar nicht erst zu solchen Fällen kommen kann.<BR /><BR /><b>STOL: Was denken Sie über die Whatsapp-Gruppen, in denen Südtiroler sich über die Kontrollstandpunkte der Ordnungshüter austauschen?</b><BR />Carli: Dass Personen sich dazu entscheiden, Teil solcher Gruppen zu werden, ist – speziell, wenn es um Geschwindigkeitskontrollen geht, – irgendwo zwar nachvollziehbar und nicht wirklich zu verhindern, aber schlussendlich schaden sich diese Menschen nur selbst, da die Arbeit der Ordnungshüter ja primär darauf ausgelegt ist, die Kriminalität zu bekämpfen und die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren. Wenn stets über sämtliche Kontrollstandpunkte der Einsatzkräfte informiert wird, dann ist das ein Problem, da dadurch auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass Verbrecher diese Infos erhalten und in Folge Einbrüche und sonstige kriminelle Aktivitäten besser planen können.<BR /><BR /><embed id="dtext86-57578606_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>STOL: Sind Sie also der Meinung, dass diese Gruppen gewissermaßen mehr schaden als nutzen?</b><BR />Carli: Ja, das kann man so sagen. Denn egal, welche Kontrollen gemacht werden: Das stetige Ziel der Einsatzkräfte ist es, bestmöglich für die Sicherheit der Bürger zu sorgen – und nicht ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen oder auf die Nerven zu gehen. <BR /><BR /><BR /><b>STOL: Was muss Ihrer Meinung nach passieren, damit diese Einbruchsserie wieder abreißt?</b><BR />Carli: Streifendienste müssten intensiviert werden und unsere Bürger müssten sich, sobald ihnen etwas verdächtig vorkommt, sofort mit den Ordnungshütern in Verbindung setzen. Wenn eine Person für eine Weile beobachtet wird, die sich auffällig verhält und zuvor in der dortigen Umgebung noch nie gesehen worden ist, dann kann das schon Grund genug sein, auf Nummer sicher zu gehen und Alarm zu schlagen. Solche Alarmierungen müssten dann aber auch zeitnah erfolgen, denn sehr oft wird erst in einem späteren Moment der Kontakt zu den Einsatzkräften gesucht und das erschwert die Ermittlungen natürlich enorm. Da kann es nämlich auch schon zu spät sein.<BR /><BR /><b> <a href="https://www.stol.it/tag/Einbr%C3%BCche" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier erfahren Sie mehr über die Einbrüche, die innerhalb der letzten Wochen in Südtirol verübt wurden.</a></b>