Darauf hat sich Soziallandesrätin Rosmarie Pamer mit den Bürgermeistern geeinigt. „Obdachlose fallen eigentlich in die Zuständigkeit der Gemeinden, doch sie brauchen dabei Unterstützung“, so Pamer. 415 Menschen haben seit 1. November in den Kälteunterkünften ein Dach über dem Kopf gefunden. Laut Beschluss der Landesregierung vom Oktober 2023 hätten die Winterunterkünfte mit 30. April ihre Tore schließen sollen. „Wir sind uns aber bewusst, dass einige Gruppen unter den Obdachlosen besonderen Schutz benötigen“, betont die Landesrätin. <BR /><BR />Folglich schließt nur die Winterunterkunft in Brixen. „In Meran geht die Winterunterkunft zwar zu. Es bleibt aber ein Quartier mit 25 Plätzen für Frauen“, so Pamer. Etwas komplizierter läuft die Sache in Bozen ab. 200 Plätze bietet das landeseigene Gebäude in der Pacinotti-Straße. „Wir treten es für 3 Jahre an die Gemeinde ab, damit es weiterhin für Obdachlose genutzt werden kann“, so Pamer. In erster Linie sollen dort Bürger, die ein Arbeitsverhältnis nachweisen können und Menschen, die Schutz oder Begleitung benötigen wie Frauen, Personen über 65 Jahren sowie Kranke unterkommen. Dafür wird das Land in den kommenden Wochen Umbauarbeiten starten. „Wer einen Job hat, wird nicht gratis, aber kostengünstig wohnen“, so Pamer.<BR /><BR />Das Ex-Alimarket in Bozen schließt hingegen als Notunterkunft und wird zur CAS-Struktur. Nicht etwa weil neue Flüchtlinge nach Südtirol kommen, sondern weil es in Italien 6 bis 9 Monate dauert, bis das Asylverfahren überhaupt startet. „Bis dahin sind viele auch aus diesem Grund obdachlos und warten hart, in eine CAS-Struktur wechseln zu können“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher. Etwa 60 sollen es am Start sein.<BR /><BR />Parallel dazu laufen Gespräche auch in anderen Teilen Südtirols, Unterkünfte für Familien zu finden. „Wir bauen Begleitprojekte aus, um Integration bestmöglich zu fördern“, so Pamer.<BR /><BR />Zumal Bozen entlastet wird, begrüßt Bürgermeister Renzo Caramaschi das Vorgehen: „Wenn jeder seinen Teil der Verantwortung übernimmt, werden Lösungen gefunden.“ Dies gelte auch für die Eingliederung in Jobs. Südtirol braucht Arbeitskräfte. „Wir müssen aber bereit sein, ausreichend und leistbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, meint Pamer.