Freitag, 15. Oktober 2021

Der erste Tag der Green-Pass-Pflicht: Eine Bilanz

Der erste Tag der Green-Pass-Pflicht ist – entgegen vieler Befürchtungen – ruhig verlaufen. Größere Probleme in Südtirol sind ausgeblieben: Nur vor einigen Apotheken bildeten sich am Morgen Schlangen von Testwilligen. Gegner der Corona-Maßnahmen versammelten sich auf dem Gerichts- und später auf dem Magnagoplatz in Bozen.

Green-Pass gecheckt, Weg frei zum Arbeitsplatz: Das ging am Freitag reibungslos vonstatten. - Foto: © DLife

Vor der Ferrari-Apotheke in der Bozner Freiheitsstraße standen die Testwilligen am Freitagmorgen Schlange.



Wer sich in der Peer-Apotheke in Lana testen lassen will, der muss einen Termin vormerken. „Dieses System hat sich bewährt, weil wir damit Warteschlangen verhindern“, sagt Apotheker Stephan Peer. Am Donnerstag haben er und seine Mitarbeiter 280 Tests durchgeführt. Für den Freitag standen 350 an. Dass nun für die Tests bezahlt werden müsse, das falle ins Gewicht – zeitlich: „Das Bezahlen dauert etwa 25 bis 30 Sekunden pro Person. Auf den Tag verteilt macht das einen Unterschied“, sagt er. Trotzdem: „Das sind keine medizinisch indizierten Tests, es ist richtig, dass sie zu bezahlen sind. Die Impfung ist die viel bessere Alternative.“

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Noch am Donnerstag nutzten viele die Chance, sich den Impf-Piks doch verabreichen zu lassen: Allein in der Uni Bozen wurden 551 Corona-Impfdosen verabreicht, in Auer weitere 437, Zweit- und Dritt-Impfungen mitgezählt.

Der Kommunikationschef des Sanitätsbetriebs, Lukas Raffl, sagte den „Dolomiten“, er rechne für Montagfrüh mit dem „Härtetest“ beim Testen – bereits der Sonntag könnte aber zur großen Herausforderung werden. Das Testzentrum in der Bozner Eiswelle blieb am Freitag indes verwaist: Nur wenige Testwillige fanden sich dort ein.

Einige Bus-Linien in Bozen ausgefallen

Zu den befürchteten Problemen wegen der Green-Pass-Pflicht ist es jedenfalls nicht gekommen. Nur einige Stadtbus-Linien in Bozen fielen am Freitag aus, weil Fahrer fehlten. 15 Prozent der Sasa-Fahrer seien nicht geimpft, schreibt die Nachrichtenagentur Ansa. Besser sei die Situation außerhalb der Landeshauptstadt. Überlandbusse und Züge verkehrten normal.

Wobi-Mitarbeiter ohne Green Pass ruft Carabinieri auf den Plan

Ein Mitarbeiter des Institutes für den sozialen Wohnbau (Wobi), der keinen Grünen Pass vorweisen konnte, hat am Freitagmorgen am Bozner Sitz heftig protestiert, weil man ihm den Zugang zu seinem Arbeitsplatz verwehrte. Wie die Ansa schreibt, mussten die Carabinieri eingreifen. Als diese eintrafen, hatte sich der Mann bereits beruhigt.

Auf dem Magnagoplatz. - Foto: © DLife



Auf andere Weise brachten Demonstrationsteilnehmer in Bozen ihren Protest gegen die Anti-Corona-Maßnahmen zum Ausdruck: am Vormittag etwa 350 auf dem Gerichtsplatz, am Nachmittag rund 1000 auf dem Magnagoplatz. Mit Plakaten und Megaphonen taten sie ihren Unmut kund. Die Situation blieb friedlich.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Green-Pass-Pflicht am Arbeitsplatz finden Sie hier.

kn

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Robert Huber
15. Oktober 2021 17:23
In Mals 20 covid positive, Spritz- und Impfgegner......... ein Schelm, der einen Zusammenhang erkennen kann.