Donnerstag, 03. Dezember 2020

„Es ist wieder leise geworden rund um die Helden aus den Sozialberufen“

Die Corona-Pandemie betrifft alle Bereiche des Lebens, das Gemeinwesen, das politische und wirtschaftliche System, den Rechtsstaat, das Gesundheitswesen und nicht zuletzt das Sozialwesen. Alle bekommen die Auswirkungen der der Covid Pandemie zu spüren und viele haben sich lautstark und wortgewaltig zu Wort gemeldet. Auf längere Sicht ist sicher eine umfassende Strategie notwendig, wie wir mit der Pandemie leben können und zumindest etwas an Planbarkeit wieder gewinnen können, betont der Landesverband der Sozialberufe.

Der Landesverband der Sozialberufe fordert die Umsetzung seiner Vorschläge.
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Der Landesverband der Sozialberufe fordert die Umsetzung seiner Vorschläge. - Foto: © pixabay.com
Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind von der Pandemie stärker betroffen als andere: Ältere Menschen sind deutlich leiden häufig sehr an der sozialen Isolation und tragen ein deutlich höheres Risiko durch Covid-19.

„Das haben wir im Frühjahr erlebt und erleben es jetzt wieder. Unmittelbar damit verbunden sind auch die Sozialberufe, deren Auftrag darin liegt, die Autonomie und Selbstbestimmung von Menschen zu fördern und zu unterstützen, die auf Grund von Alter, Behinderung oder anderer schwerwiegender Lebenslagen in ihrer Lebensgestaltung beeinträchtigt sind oder deren persönliche und soziale Entwicklung gefährdet erscheint“, so der Landesverband der Sozialberufe in einer Aussendung.

„Im Unterschied zum Frühjahr, wo es eine Zunahme des öffentlichen Interesses an der Betreuung und Pflege gab und unzählige Male ein 'Danke' auf Facebook und in Medienberichten erfolgte, wir zu Helden stilisiert wurden, ist jetzt wieder still und leise um die Sozialberufe geworden…“, heißt es in einer Aussendung.

Was ist in der Zeit zwischen Frühjahr und Herbst passiert?


Der Landesverband erklärt, dass im eingerichteten Monitoring Ausschuss für Soziales zwischen Juni und September zwar einiges auf dem Weg gebracht wurde, aber einige Vorschläge zwar angehört, aber nicht berücksichtigt wurden.

Die Anzahl der Mitarbeiter zu erhöhen, damit Ausfälle kompensiert werden können, und Entlastungsmaßnahmen für die Mitarbeiter anzudenken sowie mobile Betreuung und Pflegeteams vor allem für die Hauspflege, welche bei Ausfällen auf Bezirksebene aktiv werden konnten, wurde nicht umgesetzt.

Auch die Forderung nach der Bildung eigener Teams mit klarer Zuordnung von Verantwortlichkeiten für die verschiedenen Bereiche, bzw. dass die Mitarbeiter, in festen voneinander unabhängigen Teams arbeiten sollten, wurde nicht berücksichtigt.

„Es erschöpft sich immer wieder in der Antwort: 'Wir finden kein Personal'. Was aber durchaus interessant zu beobachten ist, wie Personal gesucht wird: 'Krisensichere Arbeit sucht großes Herz/ Präventive Personalsuche: Mitarbeiterinnen mit und ohne Ausbildung/ Erfahrungen im Pflegebereich gesucht / Heldinnen gesucht /usw...“, so der Landesverband.


„Wann verstehen wir endlich, wie wichtig diese Berufe sind?“


Die Menschen in den Sozialberufen sind besonderen Risiken und Belastungen ausgesetzt und dadurch verschärfen sich Ungleichheiten, die schon vorher bestanden, erheblich.

Die Arbeitsbelastung und psychische Belastung von Personen, die in Pflege- und Betreuungsberufen arbeiten, ist vergleichsweise hoch und das hat sich durch die Pandemie noch verschärft.

„Aktuell wird deutlich, dass diese Berufsgruppen essenzielle gesellschaftliche Funktionen erfüllen, die wir brauchen, damit das Leben selbst unter den aktuellen Einschränkungen halbwegs funktionieren kann. Die Hoffnung ist und bleibt, dass diese Erfahrung einen gesellschaftlichen Erkenntnis- oder Diskussionsprozess in Gang setzt, und sich die Anerkennung dieser Tätigkeiten, auch die finanzielle Anerkennung, mittelfristig verbessert. Es gibt Anzeichen dafür, dass dies der Fall ist, wenn sich man auf die Ankündigungen und Versprechungen die gemacht wurden, bezieht. Aber das ist im Moment nicht mehr als eine Hoffnung und deshalb müssen weiterhin die Wichtigkeit dieser Berufe immer wieder betonen. 'Unglücklich das Land, das keine Helden hat! - Nein. Unglücklich ist das Land, das Helden nötig hat.“, so der Landesverband abschließend in seiner Aussendung.

stol