Freitag, 18. September 2020

Für PD aufs Podium: Bozner SVP ärgert sich über Landeshauptmann

Mit den Worten „fahrlässig“, „unüberlegt“ oder „eigenartig“ kommentieren bekannte SVP-Exponenten den Auftritt von Landeshauptmann Arno Kompatscher beim Wahlkampfabschluss der Demokratischen Partei (PD).

Im Bild (von links): Arno Kompatscher im Kreise der PD-Exponenten Alessandro Huber und  Stefano Bonaccini.
Badge Local
Im Bild (von links): Arno Kompatscher im Kreise der PD-Exponenten Alessandro Huber und Stefano Bonaccini. - Foto: © DLife/Groppo
„Es war eine überaus ungeschickte Aktion. Wir lassen uns davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Bis zum Wahltermin werden wir um jede Stimme kämpfen“, sagt SVP-Bürgermeisterkandidat Luis Walcher.

Stefano Bonaccini, der Präsident der Region Emilia-Romagna, war am Mittwochabend in Bozen zu Gast. Er rührte für seine Genossen der Demokratischen Partei die Werbetrommel. Diese hat damit den Wahlkampf beendet. Aufs Podium gesellte sich als Überraschungsgast auch Landeshauptmann Arno Kompatscher. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und merkte an, dass er derzeit auch als Wahlkampfhelfer für den SVP-Bürgermeisterkandidaten Luis Walcher unterwegs sei.

Bei politischer Konkurrenz auf dem Podium

„Das ist alles schön und gut“, meint Luis Walcher tags darauf. „Für mich bleibt es doch befremdlich, wenn man bei der politischen Konkurrenz aufs Podium steigt, obwohl man als Partei einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schickt“, ergänzt er. „Diese Aktion war unüberlegt, ja sogar fahrlässig. Die Botschaft an die Wähler ist nicht die, die wir haben wollen.“

Gleich mehrere Bürger hätten ihn angesprochen und gesagt, dass sie eigentlich gleich Renzo Caramaschi wählen könnten, wenn schon der SVP-Landeshauptmann indirekt für diesen Wahlwerbung mache. „Da machen wir eine blöde Figur. So etwas darf einfach nicht passieren“, meint Walcher. Er lasse sich aber nicht entmutigen. „Wir sind im Wahlkampf-Finale, und da werden wir jede Möglichkeit nutzen, um unsere Themen unter die Leute zu bringen. Es geht diesmal um sehr viel. Dafür gilt es zu kämpfen.“

„Es handelt sich um ein Missverständnis“

Eine klärende Aussprache hatte gestern SVP-Stadtobmann Dieter Steger mit Landeshauptmann Kompatscher. „Es handelt sich um ein Missverständnis“, sagt Steger. Kompatscher habe ihm gegenüber klargestellt, dass ihn Bonaccini auf die Bühne gebeten habe, obwohl er eigentlich nicht sprechen wollte. Auf der Bühne habe er dann lediglich Wahlkampf für den SVP-Kandidaten Luis Walcher gemacht.

Allerdings hat Kompatscher auch der Caramaschi-Verwaltung Rosen gestreut und damit klar Position ergriffen. „Für uns ist es jetzt wichtig zu kommunizieren, dass die SVP Bozen in diesem Wahlkampf unabhängig ist und wir ein möglichst gutes Ergebnis erzielen müssen, um Gewicht zu haben“, stellt Steger klar.

Position der Partei unverändert


Für Parteiobmann Philipp Achammer zählt nur, zu unterstreichen, dass die Position der Partei unverändert ist: „Für uns als SVP und somit für jeden einzelnen in der Partei ist ganz klar, dass wir uns von den großen italienischsprachigen Blöcken fernhalten. Wir gehen in den Gemeinderatswahlen unseren eigenständigen und unabhängigen Weg und somit zählt für uns nur, Luis Walcher und die Bozner SVP zu unterstützen. Und das ist auch im Interesse des Landeshauptmanns.“

d