Donnerstag, 04. Juni 2020

Gastronomie: hds kritisiert Bozner Verordnung

„Diese Bestimmung in dieser Form funktioniert nicht“: So das Fazit des hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol zur jüngsten Verordnung der Bozner Bürgermeisters, mit der an den Wochenenden Menschenansammlungen vor Gastbetrieben, die Getränke und Speisen verkaufen, vermieden werden sollen.

Kontrollen am Bozner Obstmarkt.
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Kontrollen am Bozner Obstmarkt. - Foto: © fin
Die Bestimmung wurde verlängert und gilt vorerst bis 14. Juni. Somit ist es an den kommenden 2 Wochenenden von Freitag bis Sonntag verboten, zwischen 20 Uhr und 2 Uhr Speisen und Getränke auf öffentlichen Flächen und auf privaten, öffentlich zugänglichen Flächen im Umkreis von Bars, Pubs und Restaurants zu verzehren.

„Obwohl die Gastbetriebe - so wie es vereinbart war - nur eine Informationspflicht gegenüber den Gästen hätten haben sollen, wurde dies dann von den Ordnungshütern so ausgelegt, als müssten die Betriebe kontrollieren. Dies ist nicht möglich“, schildert Diego Bernardi, Vertreter der Gastronomie im hds die Situation.

Man könne schwer jeder Person hinterherlaufen und kontrollieren, wo sie hingeht, ob sie den Bereich des Lokals verlässt und mit wem sie sich zusammenstellt.

„Bereit mit zu helfen“

„Wir Lokalbetreiber sind stets bemüht, in und vor unseren Lokalen im Rahmen der Möglichkeiten die Menschen für korrektes Verhalten zu sensibilisieren. Wir können aber nicht die Rolle der Ordnungskräfte übernehmen, die für die Sicherheit, die Ruhe und die Einhaltung der Hygienebestimmungen außerhalb der Lokale zuständig sind. Wir sind auf jeden Fall immer gerne bereit mit zu helfen“, so Bernardi.

Daher sein Fazit: „Diese Regelung erfüllt ihren Zweck nicht. Wir Lokalinhaber und unsere Angestellten stehen unter Duck und haben Angst vor Strafen. Viele Stammkunden vermeiden auch aus Angst vor Strafen die Lokale“, betont abschließend Diego Bernardi.

stol

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