Dienstag, 10. Mai 2022

Gebhard: „Gewalt gegen Frauen endlich stoppen“

Am 11. Mai 2011 haben 13 Mitgliedsstaaten des Europarates das Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Istanbul unterzeichnet, die sogenannte Istanbul-Konvention. „Geändert hat sich seitdem leider wenig“, räumt die SVP-Landesfrauenreferentin und Kammerabgeordnete Renate Gebhard ein, „im Gegenteil: vielerorts hat sich die Situation von Frauen noch verschlimmert.“

Die SVP-Landesfrauenreferentin und Kammerabgeordnete Renate Gebhard zeigt sich engagiert. - Foto: © SVP

Was die Frauen in Afghanistan in diesen Monaten erleben, ist weltweit beispielhaft für Gewalt an Frauen. „Es wird jungen Mädchen nicht nur der Zugang zur Bildung verwehrt. Seit neuestem müssen sich afghanische Frauen ihr Gesicht in der Öffentlichkeit komplett verhüllen“, so Gebhard, die jedoch auch die Augen vor dem Kriegsgeschehen in der Ukraine nicht verschließt. „Die Berichte über Vergewaltigungen als Kriegswaffe machen sprachlos“, so die SVP-Landesfrauenreferentin.

Gewalt passiert oft hinter verschlossenen Türen

„Angesichts dieser Berichte aus der Welt geht es unseren Frauen auf dem ersten Blick zwar verhältnismäßig gut“, so Gebhard. „Dies bedeutet aber nicht, dass es bei uns keine Gewalt an Frauen gibt, im Gegenteil“, macht Renate Gebhard aufmerksam. „Gewalt passiert oft hinter verschlossenen Türen.“ In Italien sind in den ersten viereinhalb Monaten dieses Jahres bereits zwanzig Frauen Opfer eines Feminizides geworden.

„Gewalt an Frauen geht aber über diese grausamen Morde hinaus: Gewalt an Frauen ist sexuelle Gewalt, Übergriffe und Vergewaltigung, Stalking und Catcalling, finanzielle Abhängigkeit und soziale Kontrolle“, führt Renate Gebhard aus. „Es liegt an uns allen, dieser Gewalt entgegenzutreten – am Tag gegen Gewalt an Frauen im November, aber auch an jedem anderen Tag im Jahr“, ruft die SVP-Landesfrauenreferentin zum Jahrtag der Istanbul-Konvention auf, die in diesem Jahr in der Woche zwischen dem Muttertag (8. Mai) und dem Tag der Familie (15. Mai) liegt. „Gewalt an Frauen passiert häufig in der Familie, die doch eigentlich ein Ort der Sicherheit und der Geborgenheit sein sollte“, so Renate Gebhard.

Parlament bringt weiteren konkreten Maßnahmenkatalog auf den Weg

Italien hat indes unter der Federführung der Ministerinnen Lamorgese, Cartabia, Gelmini, Carfagna, Bonetti und Stefani einen neuen Massnahmenkatalog zur Verschärfung und dem Ausbau der rechtlichen Möglichkeiten zur Bekämpfung und Vorbeugung von Gewalt an Frauen auf den Weg gebracht, der derzeit im Gesetzgebungsausschuss des Senats behandelt wird. Dieser sieht unter anderem bei einem erhärteten Verdacht eine Inhaftierung zum Schutz der Opfer sowie bei einem Annäherungsverbot die Verwendung eines elektronischen Armbandes, und im Falle der Manipulation oder nicht Akzeptanz desselben, strengere Strafen vor.

Auch ist geplant, dass Frauen, die sich für eine Anzeige entscheiden, eine finanzielle Unterstützung erhalten können. „Es ist der richtige Weg“, so Renate Gebhard. „Es gilt nun aber, dieses Massnahmenpaket schnellstens in Senat und Kammer zu genehmigen, denn jedes Gewaltopfer ist ein Opfer zu viel.“

stol

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