Dienstag, 13. Oktober 2020

Grippe: Impfung für alle kostenlos

Die Grippeimpfung wird heuer für alle Südtiroler kostenlos sein. Diesen Beschluss fasst die Landesregierung am Dienstag. Am Montag ist die 2. Lieferung mit 30.000 Impfdosen eingetroffen. „Derzeit ist Impfstoff verfügbar und wir versuchen, weitere Termine anzubieten“, heißt es vom Sanitätsbetrieb. Ende Oktober werden weitere 8500 Impfdosen für Senioren erwartet.

Die Grippeimpfung soll kostenlos sein.
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Die Grippeimpfung soll kostenlos sein. - Foto: © lpa
In Zeiten von Corona halten selbst die impffaulen Südtiroler ihren Arm bereitwillig hin – und die Vormerkstellen erleben einen regelrechten Ansturm. Derzeit ist die Grippeimpfung für Risikogruppen wie Sanitätspersonal, Sicherheitskräfte, Personen über 60 Jahren, Kinder bis 6 Jahren sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen kostenlos.



Am Dienstag wird die Landesregierung auf Antrag von Landesrat Thomas Widmann aber beschließen, dass die Impfung heuer für alle gratis ist. „Das ist nicht nur eine Erleichterung für die Bürger, sondern auch für die Verwaltung, denn der bürokratische Aufwand ist riesengroß“, so Widmann. Das Land kostet eine Impfung knapp 12 Euro.

„Dass die Impfung für alle gratis ist, heißt aber nicht, dass wir alle impfen können“, so Widmann. 73.500 Impfdosen hat der Sanitätsbetrieb heuer bestellt. Mit einer Option auf weitere 20 Prozent, die bereits bestellt wurden. In Summe stehe heuer also fast doppelt so viel Impfstoff bereit wie in anderen Jahren. „Geliefert wird nach und nach, weil die Nachfrage am Weltmarkt groß ist“, so Widmann. Die 1. Lieferung von 36.000 Dosen traf letzte Woche ein.

„Die 2. Lieferung mit über 30.000 Dosen ist inzwischen auch angekommen“, sagt Lukas Raffl, Leiter der Kommunikationsabteilung des Sanitätsbetriebes. Einige Vormerk-Slots seien zwar bis in den Dezember ausgebucht. „Landesweit gibt es aber noch Termine, und wir versuchen, innerhalb weniger Tage weitere zur Verfügung zu stellen.“ Es gibt aber eine 2. Schiene, um zur Grippeimpfung zu kommen – und das ist der eigene Hausarzt, mit dem man einen Impftermin vereinbaren kann. „Derzeit jedenfalls ist Impfstoff verfügbar“, betont der Sanitätsbetrieb.

Ob am Ende alle, die wollen, geimpft werden können, wird sich zeigen. „Wir haben im Verhältnis zum Vorjahr viel mehr bestellt als andere Regionen“, so Widmann. Ein bisschen räche sich heuer aber auch, dass die Südtiroler eher Impfmuffel sind. Nur knapp 50.000 Menschen lassen sich normalerweise gegen die Grippe impfen. Bei den über 65-Jährigen ist es nur rund ein Drittel; noch schlechter schaut es mit 16 Prozent bei den Mitarbeitern des Sanitätsbetriebs aus.

Bezogen wird der Impfstoff laut Widmann über staatliche Stellen. „Und man kann leider nur eine bestimmte Menge mehr ordern als im Vorjahr.“ Dass das Trentino zum Beispiel 150.000 Impfdosen erhalten habe, liege daran, dass sie dank traditionell hoher Impfrate von einer „doppelt so hohen Ausgangsbasis“ gestartet sind wie Südtirol.

em

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