In den Jahren 2015 bis 2018 sollen etliche Lkw-Ladungen mit jeweils 150 Hektolitern Bier Monat für Monat über Winnebach durchs Pustertal gerollt sein, um dann in Richtung Süden zu den Endkunden geliefert zu werden. Die Agentur der Einnahmen hegte den Verdacht, dass mit diesen Bierimporten etwas nicht stimmen könnte, daraufhin wurde die Aktion „Free drink“ eingeleitet, bei der Bozner Quästur, Beamte der Polizeistelle Innichen sowie der Zollagentur Bozen zusammenarbeiteten, unter der Leitung der Bozner Staatsanwaltschaft und von Eurojust. <BR /><BR />Wie die Fahnder in eineinhalb Jahren Ermittlungsarbeiten aufdeckten, sei das Bier in Norditalien angekauft worden und bei einer Firma in Osttirol gelandet. Mehrwertsteuer und Akzisen wurden in Italien dafür nicht abgeführt. Diese seien in Österreich entrichtet worden, wo allerdings weniger Abgaben anfallen. In der Folge soll das Bier wieder nach Italien zurückgebracht und verkauft worden sein. Zwischengeschaltet worden seien Scheinfirmen, denen Strohmänner – größtenteils Rumänen – vorstanden. <BR /><BR />Dem Fiskus sei durch das „Bierkarussell“ ein Schaden von über 2 Mio. Euro entstanden. Der Vater wurde im verkürzten Verfahren von Richter Emilio Schönsberg zu 3 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt, im Rahmen eines Vergleichs in zweiter Instanz („concordato“) wurde die Haftstrafe auf 2 Jahre und 8 Monate gesenkt. Über den Sohn verhängte der Richter 2 Jahre und 2 Monate Haft, woran sich in zweiter Instanz nichts änderte. Der dritte Mann war in erster Instanz zu 6 Monaten Haft verurteilt worden, das Oberlandesgericht reduzierte die Strafe auf 5 Monate und 4 Tage. Für den Inhaber der Getränkefirma in Osttirol steht in Kürze die Vorverhandlung an.