Samstag, 27. Juni 2020

Heute ist Siebenschläfertag: Wie wird der Sommer 2020?

„Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es 7 Wochen lang bestellt“, lautet die Bauernregel am 27. Juni. Doch wie zutreffend ist der Lostag überhaupt? Landesmeteorologe Dieter Peterlin klärt auf.

Geht es nach dem heutigen Lostag, erwartet uns ein durchschnittlicher Sommer mit abwechselnd Sonnenschein und Gewittern.
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Geht es nach dem heutigen Lostag, erwartet uns ein durchschnittlicher Sommer mit abwechselnd Sonnenschein und Gewittern. - Foto: © shutterstock
„Heute ist Siebenschläfer, der wohl bekannteste Lostag in der Meteorologie und zugleich auch einer der zutreffendsten“, so Wetterexperte Peterlin.

Der Siebenschläfertag gilt als Stichtag für die Entwicklung des Sommers: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es 7 Wochen lang bestellt.“

Doch wie zutreffend ist diese Bauernregel? „Lostage dürfen nie auf den Tag genau genommen werden, aus 2 Gründen: 1. Aufgrund der Gregorianischen Kalenderreform im Jahr 1582 findet der Siebenschläfertag eigentlich erst 10 Tage später statt. 2. Das Wetter hält sich nicht an einzelne Tage, sondern bestenfalls an eine zeitliche Periode“, erklärt Peterlin.

Schaut man sich nun also das Wetter im Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli an, dann hat die Bauernregel in Südtirol eine recht gute Trefferquote von 60 bis 70 Prozent, so Peterlin: Stabile Hochdrucklagen (Stichwort: Azorenhoch), die sich in diesem Zeitraum bilden, bleiben oft längere Zeit bestehen. Hat sich hingegen wechselhaftes Wetter eingestellt, ist der Sommer noch weit entfernt.

Wie wird also der Sommer 2020? „Heuer liegen wir irgendwo in der Mitte mit labilem Sommerwetter. Zwar gibt es jeden Tag Sonnenschein, aber auch immer wieder Gewitter. Also schaut es vorerst nach einem durchschnittlichen Sommer in Südtirol aus“, so das Fazit des Landesmeteorologen.

Übrigens: Der 27. Juni 2019 war ein ganz besonderer:



Mehr zum Wetter in Südtirol gibt es auf der Wetterseite von STOL.

Warum Siebenschläfer?

Der Name des Lostages hat übrigens nichts mit dem Nagetier zu tun, sondern entspringt einer alten Legende aus der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius (249 – 251):

Demnach hatten 7 junge Christen in einer Berghöhle nahe Ephesos (einst eine bedeutende Stadt in der heutigen Türkei und Standort des Tempel der Artemis, eines der Sieben Weltwunder der Antike) Zuflucht gesucht.

Sie wurden entdeckt und lebendig eingemauert. Der Legende nach starben sie nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang.

Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf, bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten und starben wenig später.

liz