Freitag, 07. Februar 2020

Organspende: In Südtirol gibt es 35.595 potenzielle Lebensretter

„Sag Ja und rette Leben“. Nach diesem Motto können Südtiroler bei der Erneuerung ihres Personalausweises ihr Einverständnis zur Organspende geben. 19.384 haben seit 2015 Ja gesagt. „Ein klares Zeichen des Verständnisses der Südtiroler Bevölkerung für dieses wichtige Thema“, freut sich Gesundheitslandesrat Thomas Widmann.

Zahlreiche Südtiroler haben sich als Organspender eintragen lassen.
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Zahlreiche Südtiroler haben sich als Organspender eintragen lassen. - Foto: © shutterstock

Seit 2015 ist die Möglichkeit vorgesehen, bei der Erneuerung des Personalausweises die Willensbekundung für eine Organspende abzugeben.

„Inzwischen ist das in 111 der 116 Gemeinden Südtirols möglich“, weiß Widmann. Schon allein diese Zahl sei im Vergleich zu anderen Regionen Italiens herausragend.

So ist etwa in der Emilia Romagna erst in rund einem Drittel der Gemeinden die genannte Willensbekundung möglich. Hierzulande fehlen noch Tiers, Welsberg-Taisten, Niederdorf, Innichen und Prettau. „Aber ich hoffe, dass auch diese letzten 5 noch dazukommen werden“, gibt sich Widmann zuversichtlich.



Als erste Gemeinde im Land bietet seit Juli 2014 Bozen seinen Bürgern die Möglichkeit, bei der Erneuerung der Identitätskarte seine Willensbekundung für die Organspende abzugeben. Von den 4123 Boznern, die seitdem ihren Personalausweis erneuert haben, haben 4071 einer potenziellen Organspende zugestimmt – stolze 98,7 Prozent. Nur 52 Bozner haben Nein gesagt.

2020 schon 350 neue Organspender

Inzwischen sind es 19.384 Südtiroler, die zugleich mit der neuen Identitätskarte auch Ja zur Organspende gesagt haben. Allein seit Anfang dieses Jahres sind wieder 350 neue Organspender dazugekommen. „Das sind unglaubliche 93,2 Prozent“, freut sich der Gesundheitslandesrat.

Damit liegt Südtirol im gesamtstaatlichen Vergleich deutlich an erster Stelle. Einzig das Trentino und Aosta können noch einigermaßen mithalten.

Zuwachs von 10.015 Organspendern in 3 Jahren

Mit ein Grund für den deutlichen Anstieg an Organspendern ist allein die Tatsache, dass eben die allermeisten Gemeinden im Land diese Möglichkeit anbieten. Als bislang letzte Südtiroler Gemeinde wurde im vergangenen September Prags Teil des Netzwerkes.

Bis zur Einführung dieser Möglichkeit mussten sich potenzielle Spender in den Krankenhäusern und Sprengeln in die entsprechenden Listen eintragen lassen. Die Zahl war überschaubar.

Mit der Einführung dieser neuen Möglichkeit zur Willensbekundung gab es förmlich einen Boom an potenziellen Spendern. Eine Entwicklung, deren Ende nicht absehbar ist.

„Vor 3 Jahren hatten wir noch 22.550 Organspender, heute, Stand Anfang Februar 2020, sind es mittlerweile 32.565“, freut sich Widmann. Damit ist die Zahl der Organspender in Südtirol allein in den letzten 3 Jahren um ein Drittel gestiegen. „All jenen, die da mitmachen, kann man einfach nur danke sagen“, so Widmann. „Das ist ein Zeichen des Verständnisses der Südtiroler.“

Reichen die Spenden aus Südtirol aus?

Doch Vorsicht! Bei den genannten Zahlen handelt es sich um reine Absichtserklärungen. Sprich, diese kommen erst zum Tragen, wenn der potenzielle Organspender stirbt – und die Organe intakt sind. Reichen die Spenden aus Südtirol denn wirklich aus? „Ja“, sagt Widmann und nennt als Beispiel eine Zahl aus dem Jahr 2017. „Damals wurden an der Uniklinik Innsbruck 29 Organe an Südtiroler transplantiert. Im selben Jahr haben Südtiroler 39 Organe gespendet“, so Widmann.

Dennoch gebe es genügend Menschen in Südtirol, die hart auf ein passendes Organ warten. Schon allein aus diesem Grund sei jeder, der einer Organspende zustimmt, ein potenzieller Lebensretter. Denn bei denen, die dringend auf ein Organ warten, gehe es oft um Leben und Tod, so Widmann.

em