Sonntag, 14. Juni 2020

Internationaler Tag gegen die Tiertransporte – Auch Südtiroler Tiere betroffen

Der 14. Juni ist Internationaler Tag gegen die Tiertransporte. „Auch die Südtiroler Zuchtverbände sind in die Verantwortung gerufen, der Transport von Südtiroler Schafen und Kälbchen quer durch Europa bis an außereuropäische Schlachthöfe muss gestoppt werden“, fordern Moderatorin Evi Keifl, Lissi Mayr und Moraltheologe Martin Lintner in einer Aussendung.

Tortur im Tiertransporter bis hin zur Schlachtbank: Tausende Tiere werden Tag für Tag quer durch Europa gekarrt, um sie in anderen Ländern billig zu mästen und gewinnbringend zu schlachten. (Symbolbild)
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Tortur im Tiertransporter bis hin zur Schlachtbank: Tausende Tiere werden Tag für Tag quer durch Europa gekarrt, um sie in anderen Ländern billig zu mästen und gewinnbringend zu schlachten. (Symbolbild) - Foto: © Erika Gamper
„Besonders schlimm trifft es die Tiere, die auf überfüllten Lkws Hunderte und Tausende Kilometer transportiert werden. Dies widerfährt mehr als 360 Millionen Tieren pro Jahr – Geflügeltiere nicht mit eingerechnet. So werden alleine 200.000 Rinder jährlich aus religiösen Gründen zum Schächten nach Nordafrika und in den Nahen Osten transportiert. Die Enge auf den Transportern und den Schiffen, das Stehen in stark verschmutzter Einstreu und quälender Durst sowie die klimatischen Bedingungen machen die Fahrt zu einer Tortur. Auch Ruhe- oder Melkzeiten werden oft nicht eingehalten“ , so Keifl, Mayr und Lintner.

„An den EU-Außengrenzen müssen die Tiere manchmal mehrere Tage bei Temperaturen bis über 50 Grad ausharren, bis die Transporte abgewickelt werden. Versorgt werden sie auf den wochenlangen Tiertransporten nur mit dem Nötigsten, einige sterben unterwegs. Hinzu kommen häufig Misshandlungen der völlig erschöpften und teilweise verletzten Tiere durch Tritte, Stockschläge und Elektroschocks an den Verladehäfen. Diese Praxis rentiert sich trotz der Verluste, denn die Beförderung von Fleisch ist aufgrund der notwendigen Kühlung teurer“, heißt es weiter.

„Niemand weiß welches Ende die Tiere aus Südtirol nehmen!“

Auch Südtiroler Tiere seien von diesen Quälereien nicht ausgenommen, auch nicht die biologisch gezüchteten. Nachfragen bei Zuchtverbänden sollen ergeben, dass niemand weiß, welches Ende die Tiere nehmen, die bei den Südtiroler Versteigerungen verkauft werden. Wie österreichische Tierschützer, die regelmäßig Tiertransporte verfolgen, berichten, gehen auch Südtiroler Schafe und Kälbchen zu Schlachthöfen außerhalb Europas. Wie es ihnen auf den tagelangen qualvollen Fahrten geht und welches grausame Ende sie in den Schlachthöfen im Nahen Osten oder in Nordafrika nehmen, davon zeugen zahlreiche filmische Dokumentationen, deren Bilder kaum zu ertragen sind.

„Unser Appell zum 14. Juni geht an alle Beteiligten: Es braucht schärfere Gesetze, die keine Schlupflöcher bieten, es braucht schärfere Kontrollen und ein stärkeres Engagement auch vonseiten der einheimischen Tierschutzbehörden und es braucht ein Umdenken bei den Zuchtverbänden, damit männliche Kälbchen nicht mehr als Abfallprodukt im internationalen Schlachttierhandel enden“, fordern Keifl, Mayr und Lintner abschließend.

jot