Erstmals wurde in Italien ein Kind nach einer Uterus-Transplantation geboren: Das Mädchen kam in der 34. Schwangerschaftswoche als Frühchen im Krankenhaus Cannizzaro in Catania zur Welt und wog 1,7 Kilogramm, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet.<BR /><BR />Erschwert wurde die Geburt durch eine Covid-Erkrankung der Mutter. Wegen starker Fieberschübe musste sie direkt nach der Geburt auf die Covid-Intensivstation verlegt werden und konnte ihr Neugeborenes laut Ansa bisher nur auf einem Foto sehen. Wie die Nachrichtenagentur berichtet sei die Mutter zwar durch die Erkrankung und eine immunologische Therapie, die eine Abstoßung des Spenderorgans verhindern soll, geschwächt, es gehe ihr aber den Umständen entsprechend gut. Die behandelnden Ärzte gehen davon aus, dass sie bereits am Samstag auf die Normalstation verlegt werden könne. Über die Geburt ihre Kindes sei sie sehr glücklich.<BR /><BR />Das Neugeborene selbst musste nicht intubiert werden, könne aber nur mit Unterstützung atmen. Es bestünden keine Probleme mit der Blutgerinnung oder der Leber. Auch ein erster Coronatest sei negativ ausgefallen, schreibt die Ansa.<BR /><BR /><b>Seltene Krankheit machte Kinderwunsch zunächst unmöglich</b><BR /><BR />Die heute 31-jährige Mutter war aufgrund einer seltenen Krankheit, dem Rokitansky-Syndrom, ohne Gebärmutter geboren worden. Bei der Spenderin handelte es sich um eine 37-jährige Frau, die bereits selbst ein Kind bekommen hatte und an einem plötzlichen Herzstillstand gestorben war. Bei der Erneuerung ihres Personalausweises habe sie das Einverständnis zur Organspende erklärt. Die frischgebackenen Eltern haben daher beschlossen, das neugeborene Mädchen nach dieser Frau zu benennen und ihr den Namen Alessandra zu geben.<BR /><BR />Die Transplantation wurde im August 2020 – in Mitten der Pandemie – im Transplantationszentrum der Azienda Ospedaliera Universitaria Policlinico di Catania von einem multidisziplinären Team, bestehend aus den Professoren Pierfrancesco und Massimiliano Veroux, Paolo Scollo und Giuseppe Scibilia, im Rahmen eines vom nationalen Transplantationszentrum koordinierten Versuchsprogramms durchgeführt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="805349_image" /></div> <BR /><BR /> Die Frau wurde darauf von einem Team um Professor Paolo Scollo in der von ihm geleiteten Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie des Cannizzaro Krankenhauses betreut. Dort begannen die Patientin und ihr Ehemann dann mit der künstlichen Befruchtung. Dafür waren bereits vor der Operation Eizellen entnommen und in der Biobank zur Erhaltung der Fruchtbarkeit des Krankenhaus gelagert worden.<BR /><BR /><b>Außergewöhnliche medizinische Leistung</b><BR /><BR /><BR />„Die Geburt dieses Kindes ist eine außergewöhnliche Leistung. Diese Methode steckt noch in den Kinderschuhen, insbesondere was die Operationen von gestorbenen Spenderinnen betrifft, die nur 20 Prozent der bisher weltweit durchgeführten Gebärmuttertransplantationen ausmachen“, so Massimo Cardillo, Direktor des Nationalen Transplantationszentrums. <BR /><BR /><BR />