Montag, 13. Januar 2020

Journalistin vor laufender Kamera reingelegt – für den guten Zweck

Sprichwörtlich einen (Koala-)Bären aufgebunden haben die Mitarbeiter des Zoos auf Kangaroo Island in Australien einer schottischen Journalistin, die über die Buschbrände berichten sollte. Mit dem entstandenen Video sollen nun Spenden für den Zoo gesammelt werden.

Ganz wohl fühlt sich Journalistin Debi Edward trotz „Ausrüstung“ nicht mit dem angeblich gefährlichen Tier auf dem Arm.
Ganz wohl fühlt sich Journalistin Debi Edward trotz „Ausrüstung“ nicht mit dem angeblich gefährlichen Tier auf dem Arm. - Foto: © Sean Mulcahy

Immer wieder wird sie Touristen in Australien erzählt: Die Geschichte vom „Dropbear“, also vom „Fall-Bären“, der in den australischen Wäldern hoch oben in den Bäumen auf seine Beute wartet, um sich dann auf sie hinabzustürzen und sie mit ihren messerscharfen Krallen und scharfen, giftigen Zähnen anzugreifen. Der „Dropbear“ soll der Familie der Koalabären angehören und diesen deshalb sehr ähnlich sehen.

Kameramann kam Idee zum Reinleger ganz spontan

Was viele Touristen nicht wissen: Die Geschichte ist völlig erfunden.

Glücklicherweise wusste das auch die schottische Journalistin Debi Edward nicht. Sie war für den britischen Sender ITV News auf die Känguru-Insel im Süden Australiens nahe Adelaide gereist, um von den dort herrschenden Buschfeuern zu berichten.

Dabei machte sie auch im „Kangaroo Island Wildlife Park“ Halt, um gemeinsam mit dem freischaffenden Kameramann Sean Mulcahy einen Beitrag zu drehen.

Beim Besuch der Koalas kam dem australischen Kameramann dann die Idee: „Ich fragte im Scherz, ob es sich um einen 'Dropbear' handle und dann Debi, ob sie einen halten wolle.“

Die Journalistin ließ sich sofort darauf ein – und alle anwesenden Zoo-Mitarbeiter hatten ihre helle Freude damit, mitzuspielen.

In times of tragedy and incessant misery, sometimes humour is the best medicine This is the UK’s ITV News, Asia correspondent Debi Edward. I have had the pleasure of working with her now on a number of occasions and she is an exceptional journalist and a lovely lady. However, I am Australian and by proclamation a dirty rotten scoundrel. If you enjoyed this video, please don’t let Debi’s humiliation be in vain 😂 Please donate directly to help the park who are treating these koalas. https://www.gofundme.com/f/help-save-kangaroo-islands-koalas-and-wildlife?utm_source=customer&utm_medium=copy_link-tip&utm_campaign=p_cp+share-sheetRemember, nearly 40,000 have died here on Kangaroo Island. Don’t forget to share this post too 😂Garnett Hall Sam Mitchell #KIWildlifePark #KangarooIsland #ki #SouthAustralia #SA#AusArmy #YourADF #Australianbushfires #koalas #news #fires

Pubblicato da Sean Mulcahy su Sabato 11 gennaio 2020


So wurde schnell eine passende und „dringend notwendige“ Ausrüstung besorgt, die Edward vor dem „gefährlichen Tier“ beschützen sollte, bestehend aus einem verkehrt angezogenen Motocross-Schutz, Schweißerhandschuhen, Stiefeln und einer Schutzbrille.

Mitarbeiter des Zoos können sich Lachen kaum verkneifen

Anschließend wurde Edward über die angebliche Herkunft der gefährlichen Bärenart aufgeklärt und dass sie sich ganz ruhig verhalten solle, wenn sie den Bären dann hält.

„Ich bin schon etwas beunruhigt“, sagt Edward in die Kamera, kurz bevor ihr ein Mitarbeiter den – natürlich zahmen – Koalabären überreicht.

Immer wieder hört und sieht man die Zoomitarbeiter im Hintergrund lachen, nur Journalistin Debi Edward ist überzeugt, ein gefährliches Tier in den Armen zu halten, bis sie ihn panisch wieder abgibt.

In dem Moment, als der Zoomitarbeiter ihr den „Dropbear“ ohne Schutz abnimmt und ganz lässig an einen Kollegen weiterreicht, fällt es Edward wie Schuppen von der unnötigen Schutzbrille: „Ihr habt mich reingelegt!“, ruft sie unter schallendem Gelächter. Und „F*cking Aussies“, also „Verfluchte Australier“.

Video soll Spenden für den Zoo und die Koalas einbringen

Kameramann Sean Mulcahy, der das Potential des Videos sofort erkannte, postete es auf Facebook und stellte gleichzeitig einen Spendenaufruf für den Zoo „Kangaroo Island Wildlife Park“ dazu:

„Fast 40.000 der 60.000 Koalas auf der Känguru-Insel sind im Feuer umgekommen. Bitte helft dem Zoo, der sich um die verbleibenden Tiere kümmert, mit einer Spende und lasst Debis Erniedrigung nicht umsonst gewesen sein“, schreibt er.

Debi Edward selbst macht laut Mulcahy gute Miene zum bösen Spiel: „Erst war sie geschockt, dass ich das Video online gestellt habe. Aber als sie hörte, dass es für den guten Zweck ist, war sie einverstanden.“

Kangaroo Island war von den Buschbränden stark betroffen, zahlreiche Tiere kamen im Feuer um.

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liz