Dienstag, 22. Dezember 2020

Kapitaler Keiler in Kaltern erlegt

55 Jahre mussten seit dem letzten Abschuss eines Wildschweins in Kaltern durch den damaligen Gemeindearzt Ludwig von Lutterotti ins Land ziehen, bis nun ein weiterer Abschuss, diesmal eines Keilers, zu vermelden ist. Dem Vizerevierleiter Oswald Andergassen gelang es am Samstag, einen Keiler, der wohl aus den südlichen Trentiner Jagdgründen ins Kalterer Revier eingewandert ist, zur Strecke zu bringen. Dies schreibt das Tagblatt „Dolomiten“ in der Dienstagsausgabe.

Oswald Andergassen mit seinem Jagdkollegen Günter Gschnell, der bei der  Bergung des Keilers geholfen hat.
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Oswald Andergassen mit seinem Jagdkollegen Günter Gschnell, der bei der Bergung des Keilers geholfen hat. - Foto: © Privat
Ein solcher Abschuss eines Keilers ist laut dem Kalterer Revierleiter Ulrich Ambach mehr als selten und eine Attraktion für Südtirol. Immer mehr solcher Wildschweine drängen nach Südtirol und dies sei für den heimischen Kulturgrund eine Katastrophe.

„Ich habe den Keiler am Samstagmorgen um 8 Uhr früh unterhalb der Altenburgerstraße im Bärental erlegt“, sagt der Kalterer Jäger Oswald Andergassen. Er habe sich beim Anblick des seltenen Tiers gar nichts gedacht, „weil ich schnell sein musste“. Ob das Borstentier aus dem Trentino eingewandert ist oder von andernorts, lasse sich nicht genau sagen: „Die Keiler laufen in der Nacht bis zu 70 Kilometer weit“, sagt Andergassen.

Wildschweine sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig; in Mitteleuropa nimmt die Population vor allem wegen des vermehrten Anbaus von Mais stark zu und die Tiere wandern verstärkt in besiedelte Bereiche ein. In Südtirol gibt es besonders im Pustertal eine wachsende Zahl von Schwarzkitteln, wie Wildschweine auch genannt werden. Diese Paarhufer wandern meist aus Kärnten und dem Cadore ein. Es sind meist männliche Tiere, die sich im jungen Alter auf der Suche nach neuen Lebensräumen in die östliche Landeshälfte aufmachen – und jetzt anscheinend auch in den Süden des Landes.