Jugendliche, Eltern und Anrainer zeichnen ein erschreckendes Bild von den Zuständen in der Nacht auf gestern im und vor dem „Ex“: Sie berichten von „Jugendlichen mit Blessuren, herumliegenden Partygästen bzw. Betrunkenen, überforderten Carabinieri, hilflosen und Pfefferspray einsetzenden Securitykräften, von Hunderten gefälschten Tickets sowie von fehlenden Kontrollen des Grünen Passes und der Eintrittskarten“. Anrainer klagen auch über Vandalenakte und Lärm. <BR /><BR />„Viele Jugendliche, die ein Ticket gekauft hatten, wurden einfach nicht in den Club gelassen“, sagt die Mutter. „Im Eingangsbereich warteten Hunderte Leute mit und ohne Ticket und drängten sich nach vorne.“ Zudem sei die Party um 2 Uhr plötzlich zu Ende gewesen, nicht wie angekündigt um 4 Uhr. „Die Partygäste stürmten dann alle zugleich zur Garderobe“, weiß die Mutter. „Viele hatten in dem Chaos große Angst und verließen den Club ohne ihre Jacken und Taschen.“ <BR /><BR />Zahlreiche der betroffenen Jugendlichen machten ihrem Ärger über die verpatzte Party am Montag in den Sozialen Medien Luft und schilderten, was im Club vorgefallen war. Einer von ihnen schrieb am Sonntag auf Instagram: „..Und Leit, de wos ban Ingang ban Zaun waren, sein niedergerennt worden und afn Bodn leimer gelegn....de habn Todesangst ghob und woren ingeklemmt, während olle auigerennt sein....Der Club hot mi es letzte Mal gesehen.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="703040_image" /></div> <BR /><BR />Untragbare Zustände im und vor dem Club bestätigt auch Bürgermeister Harald Stauder: „Es gab zum wiederholten Mal Probleme. Wir werden Betreiber Georg Sanin wieder zu einer Aussprache bitten. Diese Party war schlecht organisiert.“ <BR /><BR />Lizenzrechtlich sei Sanin aber in Ordnung. „Es gab das ganze Wochenende über Klagen von Anrainern“, berichtet Stauder. Georg Sanin verweist auf den externen Veranstalter Wonderland Events: „Ich war bei dieser Party nur für die Getränke zuständig. Die gesamte Organisation samt Ticketverkauf lief über den externen Veranstalter.“ Den Reinerlös aus dem Getränkeverkauf müsse er nun zum Beheben von angerichteten Schäden ausgeben, sagt Sanin. Er habe genau darauf geachtet, dass sich im Club nur die laut Lizenz erlaubten, etwa 850 Personen aufgehalten hätten. <BR /><BR /><b>Externe Veranstalter meldet sich bei STOL und stellt einige Dinge klar</b><BR /><BR />Der externe Veranstalter, K.T. von Wonderland Events, hat sich am Dienstag bei STOL gemeldet und einige Dinge klargestellt. Er habe bereits seinen Anwalt eingeschaltet und sei dabei, alle verkauften Tickets zu überprüfen. <BR /><BR />Dass Sanin ihm für das „Schlamassel“ nun den Schwarzen Peter zuschiebt, sei einfach nicht in Ordnung, so K.T. gegenüber STOL. Er sei lediglich für das Ticketing, die Promotion und das Line Up (DJ) verantwortlich gewesen, die Anzahl der zu verkaufenden Tickets hat der Betreiber vom Exklusiv Club, Georg Sanin, und nicht er selbst bestimmt. Personal wie Kassenpersonal, Security, Barpersonal usw. unterliege zu 100 Prozent der Verantwortung des Besitzers vom Exklusiv Club. Auch die finale Entscheidung die Türen aus Sicherheitsgründen zu schließen und niemanden mehr hineinzulassen sei vom Betreiber des Lokals beschlossen worden. „ Die Schließung der Türen führte dazu, dass dann die Jugendlichen, die ein Ticket besaßen, aber nicht mehr eingelassen wurden, gegen die Türen drängten und diese auch eintraten, was dann verständlicherweise zu Chaos führte“, so K.T. „Ich will eine Mitschuld nicht gänzlich abwälzen, aber für viele Sachen, die am Sonntag passiert sind, kann nicht ich verantwortlich gemacht werden.“<BR /><BR /><BR /><b>Auch auf Facebook hat K.T. eine Stellungnahme veröffentlicht.</b> Hier das ganze Statement im Wortlaut.<BR /><BR />„Der Exklusiv Club hat sich öffentlich von sämtlichen Problemen im Zusammenhang mit Tickets distanziert und mitgeteilt, dass wir von Wonderland Events für die Ticketrückerstattung verantwortlich sind und dazu stehen wir auch. Wir möchten an dieser Stelle aber auch klarstellen, dass wir lediglich für das Ticketing, die Promotion und das Line Up verantwortlich waren und sind. Personal wie Kassenpersonal, Security, Barpersonal usw. unterliegt zu 100 Prozent der Verantwortung des Besitzers vom Exklusiv Club. Auch die finale Entscheidung die Türen aus Sicherheitsgründen zu schließen und niemanden mehr hineinzulassen wurde vom Betreiber des Lokals beschlossen.“<BR /><BR />Hier die ganze Erklärung samt Entschuldigung des externen Veranstalters:<BR /><BR /><i>Liebe Freunde der Nacht,<BR /><BR />Bitte um Entschuldigung, dass wir uns jetzt erst bei euch melden, aber wenn ihr glaubt die vergangene Nacht war schlimm für euch, dann versucht euch bitte kurz vorzustellen, wie sie für uns war. Es tut uns unglaublich Leid und wir möchten uns aufrichtig für die Vorkommnisse von letzter Nacht beim Bloody Wonderland in Lana entschuldigen und zeitgleich um euer Verständnis bitten.<BR /><BR />Aber der Reihe nach:<BR />Wir haben uns dazu entschlossen, das Bloody Wonderland 2021 trotz der überaus strengen Auflagen zu organisieren, da wir der Meinung sind, dass es lange genug still und leise in der Welt des Nachtlebens war. Wir waren motiviert und haben uns mindestens gleich auf den Abend und eine geile Party gefreut wie ihr. Seit Monaten haben wir diese Veranstaltung nach bestem Wissen und Gewissen organisiert und geplant und wollten für euch, für uns und die gesamte Branche eine unvergessliche Nacht wie früher zaubern. Wir möchten an dieser Stelle auch ganz offen und ehrlich sein: nachträglich betrachtet hat uns vielleicht doch die nötige Erfahrung gefehlt, um in dieser Zeit und unter diesen Umständen eine Veranstaltung in dieser Größenordnung zu meistern. Aber ja… nachträglich… da weiß man es natürlich besser – aber da ist es dann leider auch schon zu spät.<BR /><BR />Fakt ist: wir haben NICHT, wie von vielen vermutet, mehr Tickets verkauft als zulässig gewesen wären. Wir verstehen natürlich, dass das die naheliegendste Erklärung wäre, für alles was gestern passiert ist. Wir haben jedoch genau aus diesem Grund die Halloween Pre-Party am Samstag organisiert – genau deshalb, damit wir unsere vorgeschriebenen Kapazitäten von 50% der Zulassung nicht überschreiten. Ihr könnt euch selbst nicht vorstellen, wie überrascht und vor allem wie verzweifelt wir waren, als plötzlich mehr als doppelt so viele Leute vor der Tür standen als erwartet. Und das obwohl wir mehrmals kommuniziert hatten, dass es ohne Ticket keinen Einlass geben wird.<BR /><BR />Stichwort Ticket: während wir versucht haben, die Situation in den Griff zu bekommen, mussten wir leider feststellen, dass nahezu perfekt gefälschte Tickets im Umlauf waren, die von uns weder gedruckt noch ausgegeben worden sind. Wir kennen leider die genauen Hintergründe (noch) nicht und sind gleich ratlos wie ihr, wem wir dieses Schlamassel schlussendlich zu verdanken haben. Wir sind mit den Behörden in ständigem Austausch, sammeln Hinweise und versuchen die Sache schnellstmöglich aufzuklären.<BR /><BR />Irgendwann ging alles Schlag auf Schlag, wir mussten improvisieren und haben irgendwann die Kontrolle über die Situation verloren. Wir waren ehrlich gesagt auch personaltechnisch nicht auf einen derartigen Andrang vorbereitet, da wir wirklich überzeugt waren, das gut genug kommuniziert zu haben. Es ist tatsächlich eine nahezu unlösbare Aufgabe, Menschenmengen zu kontrollieren, die außer Kontrolle geraten. Aus diesem Grund und um die Sicherheit zu gewährleisten, hat der Besitzer des Lokals auch beschlossen, die Türen zu schließen… um die Situation zu entschärfen und schlimmeres zu vermeiden. Ob es die richtige Entscheidung war bzw. ob damit schlimmeres vermieden werden konnte oder alles gar noch schlimmer gemacht wurde…? Keine Ahnung! Wie anfangs erwähnt, wir haben wohl doch noch zu wenig Erfahrung und mussten gestern leider teures Lehrgeld bezahlen.<BR /><BR />Aktuell arbeiten wir an einem Plan für die Wiedergutmachung und würden euch auch wirklich gerne den Eintrittspreis zurückerstatten, auch wenn wir damit nichts ungeschehen machen können. Wir möchten euch aber noch um etwas Geduld bitten. Wir möchten nicht wieder überstürzte Entscheidungen treffen. Gerade die Sache mit den gefälschten Tickets verkompliziert das Ganze nämlich massiv. Wir erstatten gerne Eintrittspreise an all jene, die ein Ticket nachweislich über einen unserer offiziellen Promoter oder einer der offiziellen Vorverkaufsstellen gekauft haben - werden aber keine Tickets erstatten, die illegal auf dem Schwarzmarkt kursiert sind und die wir nie ausgegeben haben. Bitte gebt uns 1-2 Tage Zeit, damit wir uns das bestmögliche System für eine Wiedergutmachung überlegen und die Sache zu einem halbwegs guten Ende für alle Beteiligten bringen können.<BR /><BR />Abschließend möchten wir noch eine wichtige Sache klarstellen: der Exklusiv Club hat sich heute öffentlich von sämtlichen Problemen im Zusammenhang mit Tickets distanziert und mitgeteilt, dass wir von Wonderland Events für die Ticketrückerstattung verantwortlich sind und dazu stehen wir auch. Wir möchten an dieser Stelle aber auch klarstellen, dass wir lediglich für das Ticketing, die Promotion und das Line Up verantwortlich waren und sind. Personal wie Kassenpersonal, Security, Barpersonal usw. unterliegt zu 100 der Verantwortung des Besitzers vom Exklusiv Club. Auch die finale Entscheidung die Türen aus Sicherheitsgründen zu schließen und niemanden mehr hineinzulassen wurde vom Betreiber des Lokals beschlossen.<BR />K. und das Team vom Bloody Wonderland</i><BR /><BR /> Nun dürften sich die Carabinieri mit diesem Fall beschäftigen, die erst dieser Tage einen brutalen Überfall vor dem „Exclusiv Club“ aufgeklärt haben.