Freitag, 06. Dezember 2019

„Keine lächerlichen Namen“: Der Namenstag und seine Bedeutung

Florian feiert ihn am 4. Mai, Peter am 29. Juni und Maria am 12. September: Die Rede ist nicht vom Geburtstag, sondern vom Namenstag. Dieser wird heutzutage immer seltener gefeiert, obwohl er einst bedeutender war als der Tag der Geburt. Doch warum hat man eigentlich Namenstag?

Auch die Namen der 4 heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sind heute noch beliebt.
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Auch die Namen der 4 heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sind heute noch beliebt. - Foto: © shutterstock

Im Mittelalter wurde den Kindern gerne der Name jenes Heiligen gegeben, der am Tag der Taufe gefeiert wurde. Dieses Datum wurde dann ins Kirchenbuch eingetragen, ihren genauen Geburtstag kannten die späteren Erwachsenen meist gar nicht.

Und so kam es, dass die Person nicht an ihrem Geburtstag, sondern an ihrem Namenstag gefeiert wurde.

Im Konzil von Trient (1545 bis 1563) wurde schließlich festgeschrieben, „der Pfarrer möge dafür sorgen, dass den Kindern keine anstößigen oder lächerlichen Namen gegeben werden oder gar solche, die den Sagen entnommen wurden oder solche von Götzen oder Heiden. Stattdessen sind, soweit irgend möglich, die Namen von Heiligen vorzuziehen.“

Die Vielfalt der Namen in der heutigen Zeit, die bei Weitem nicht mehr ausschließlich dem Christentum entstammen und die heute so große Bedeutung des Geburtstages haben den Namenstag auch in Südtirol etwas in den Hintergrund gedrängt.

Zwar sind manche Namenstage auch der breiten Masse noch geläufig, wie etwa Floriani (4. Mai), die Kalte Sophie (15. Mai), der Heilige Martin (11. November) oder Josefi (19. März), aber auch jene, die ihren Namenstag kennen, feiern ihn heute selten.

Da die Anzahl der Heiligen weitaus höher ist als jene der Tage im Jahr, entfallen auf einige Tage mehrere Heilige, wie etwa Peter und Paul am 29. Juni. Außerdem gibt es für manche Namen mehrere heilige Namensträger.

stol

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