Mittwoch, 30. September 2020

Killer im Trinkwasser: 6-Jähriger stirbt durch gehirnfressende Amöbe

Im US-Bundesstaat Texas ist Anfang September der 6-Jährige Josiah McIntyre auf mysteriöse Weise gestorben. Nun bestätigte sich ein düsterer Verdacht: Der Grund für seinen unerwarteten Tod war Amöbenbefall im Gehirn. Wahrscheinlich hat ihn der Todbringer über die heimische Wasserleitung erreicht.

Josiah starb im Alter von nur 6 Jahren.
Josiah starb im Alter von nur 6 Jahren. - Foto: © David Gonzales
5 Tage nachdem Josiah erstmals darüber geklagt hatte, dass er sich nicht gut fühle, starb der 6-Jährige völlig überraschend. Nachdem er neben Kopfschmerzen auch über Fieber geklagt hatte und er sich mehrfach übergeben musste, suchte seine Mutter Maria Castillo mit ihm die Notaufnahme ihres Heimatortes Lake Jackson auf.

Dort konnte aber kein Grund für die Leiden des Jungen gefunden werden: Die Tests auf Grippe, Covid-19 und Streptokokken fielen allesamt negativ aus.

Weil die Symptome des Jungen aber nicht nachließen, brachte ihn seine Mutter schließlich in das Texas Children's Hospital im nahe gelegenen Houston. Wie CNN berichtet, wurde ihnen dort die Horrordiagnose ausgestellt: „Am späten Montagabend oder sehr früh am Dienstagmorgen sagten sie uns, sie glaubten, es sei diese hirnfressende Amöbe“, so die Mutter.

Weitere Untersuchungen bestätigten die schreckliche Vermutung: Josiah litt an einer primären Amöben-Meningoenzephalitis. Die Infektion wird durch die Amöbe Naegleria fowleri ausgelöst. Gelangen die Parasiten ins Gehirn, zersetzen sie innerhalb kurzer Zeit die Gehirnmasse.„Sie erklärten uns die Seltenheit dieser Amöbe und dass es in den seltenen Fällen nur sehr wenige Überlebende gibt und dass es keine Behandlung gibt“, erinnert sich die Mutter.

War die Amöbe im Trinkwasser?

Nach der schockierenden Diagnose startete sofort die Suche nach dem Ursprung der tödlichen Infektion. Es stellte sich heraus, dass der Junge wohl über das Trinkwasser in Kontakt mit der Amöbe geraten war: 3 von 11 Proben im Ort vielen positiv aus, darunter auch jene im Haus der Familie.

In der Folge sprachen die texanischen Behörden für 8 Gemeinden Warnungen aus. In diesen sollte kein Leitungswasser getrunken und das öffentliche Wassersystem desinfiziert werden. Inzwischen sind nur noch die 27.000-Einwohner-Stadt Lake Jackson betroffen. Ihre Bewohner können das Leitungswasser zwar wieder benutzen, aber nur nach vorherigem Abkochen.

stol

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