Donnerstag, 23. September 2021

Kooperation mit Salzburg: Konkrete Schritte gegen Ärztemangel

Im April 2021 haben der Südtiroler Sanitätsbetrieb und die Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Salzburg ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, das die Zusammenarbeit bei Forschung und Lehre im Bereich der Humanmedizin sowie beim Studiengang Humanmedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Südtirol zum Inhalt hat. Die Umsetzung dieses Abkommens ist bereits im Gange.

(v.l.) Herbert Resch, Florian Zerzer, Thomas Widmann, Lydia Gruber, Wolfgang Sperl, Pierpaolo Bertoli, Michael Mian, Lukas Raffl und Wolfgang Söllner. - Foto: © Sabes

Das im April 2021 geschlossene Kooperationsabkommen zwischen Südtiroler Sanitätsbetrieb und Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg wurde im Mai 2021 durch eine gemeinsam unterzeichnete Absichtserklärung noch einmal bekräftigt und konkretisiert.

Bereits jetzt studieren im Rahmen der Kooperation mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb insgesamt 20 angehende Ärztinnen und Ärzte an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Humanmedizin.

Mit der Kooperation zwischen PMU und Südtiroler Sanitätsbetrieb soll darüber hinaus aber auch Innovation, Forschung und Lehre im öffentlichen Gesundheitswesen Südtirols gefördert werden.

Zu diesem Zweck sollen nun akademische Lehrabteilungen und Lehrkrankenhäuser innerhalb des Südtiroler Sanitätsbetriebes errichtet werden.

In den vergangenen Tagen hat sich eine hochkarätige Abordnung der PMU in Südtirol aufgehalten und gemeinsam mit den Spitzen des Südtiroler Gesundheitswesens die zukünftigen Lehrabteilungen und Lehrkrankenhäuser besucht.

Dabei wurden persönliche Kontakte zwischen den Beteiligten geknüpft, die Inhalte des Abkommens erläutert und Auswirkungen auf die beteiligten Abteilungen und Krankenhäuser besprochen.

Ziel ist es, den Südtiroler Sanitätsbetrieb zu einem „universitätsmedizinischen Betrieb“ weiterzuentwickeln. Dazu sollen die Anstrengungen in Forschung und Lehre verstärkt werden, vor allem um die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten, die in Südtirol
versorgungswirksam sind, voranzutreiben.

Durch den schrittweisen Aufbau von akademischen Lehrabteilungen im Südtiroler Sanitätsbetrieb soll ein frühzeitiger Kontakt zu den Studierenden hergestellt werden. So kann bei den Medizinstudierenden durch eine frühe Begleitung beim Praktikum sowie bei Medizinern, die sich in der Facharztausbildung befinden, Interesse am Südtiroler Sanitätsbetrieb geweckt werden.

Für Gesundheitslandesrat Thomas Widmann ist die Kooperation mit der PMU eine strategische Maßnahme gegen den Ärztemangel, aber nicht nur. „Wir schaffen mehr Studienmöglichkeiten, binden die Studenten auch nach der Ausbildung an Südtirol und schaffen zugleich die Voraussetzungen, um unsere Krankenhäuser weiterzuentwickeln in Richtung Lehr- und Forschungsstätten. Damit können wir nicht nur neue Ärzte anwerben, sondern auch Zugang zu neuen therapeutischen Möglichkeiten bieten und die Versorgungsqualität weiter steigern. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, bis hin zu den Patienten“.


Der Rektor der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Salzburg, Wolfgang Sperl, betonte die hohe Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb: „Es freut mich sehr, dass die Kooperationen mit Südtirol in eine nächste Phase gehen. Die PMU sieht es als großes Potenzial, hier auch überregional akademisch zusammenzuarbeiten.“

Die gute medizinische Versorgung und die große Zahl von tätigen akademisch ausgebildeten habilitierten Ärztinnen und Ärzten in den verschiedenen Südtiroler Krankenhäusern prädestiniere die ganze Region Südtirol für eine längerfristige Kooperation mit der PMU, so Sperl. Und er ergänzt: „Unser Ziel ist es, neben Forschungskooperationen ausgezeichnete moderne und international ausgerichtete Lehre anzubieten, um eine neue Generation von gut ausgebildeten und menschlich kompetenten Ärztinnen und Ärzten heranzubilden.“

Daten und Fakten zur PMU


Die Akkreditierung der Paracelsus Medizinische Privatuniversität wurde im November 2002 per Bescheid erteilt und soeben erneut für weitere 6 Jahre verlängert. Die PMU positioniert sich als Universität der Gesundheitswissenschaften. Neben dem Herzstück, der Humanmedizin, die in Salzburg und Nürnberg angeboten wird, werden Studierende in den Bereichen Pflegewissenschaft (seit 2007) und Pharmazie (seit 2017) aus- und weitergebildet.

Tragende Säulen sind die wissenschaftsgeleitete Lehre, die Vorbereitungen auf die Arbeit an den Patientinnen und Patienten und starke Forschungsleistungen. Die PMU hat sich mit rund 1500 Studierenden und mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einer universitären Einrichtung mit überregionaler Bedeutung entwickelt.

sabes

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