Freitag, 07. August 2020

Landesrat Schuler schlägt „Corona-Alarm“

Wie das Tagblatt „Dolomiten“ am Freitag berichtet, schlägt Landesrat Arnold Schuler „Corona-Alarm“.

„Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase“, warnt Schuler.
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„Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase“, warnt Schuler. - Foto: © DLife
„Es sind schwierigste Tage, die derzeitigen. Die Nerven liegen blank – im Tourismus und in der Landwirtschaft“, sagt Schuler, Tourismus-, Landwirtschafts- und Zivilschutzlandesrat in Personalunion.

Es gebe Menschen und manchen Betrieb im Land, die sich an nichts hielten: Feiern im privaten Umfeld, es mit der Maskenpflicht nicht sonderlich genau nehmen usw. „Und das reicht hinauf bis in die Höhe zu den Berggasthäusern und Hütten. Ab einer gewissen Höhe reduziert sich die Disziplin, um es milde zu formulieren. Ich habe den Eindruck, dass wir uns das Corona-Ungemach geradezu suchen. Anders kann ich es nicht sagen“, warnt Schuler.

Disziplin lässt zu wünschen übrig

Einer, der auch viel Corona-Disziplinlosigkeit unter den Menschen bemerkt hat, ist der Lananer Amtsarzt Dr. Domenico Bossio. „In den letzten Wochen habe ich vermehrt Menschen beobachtet, die so tun, als wäre die Maskenpflicht aufgehoben. Leute betreten eine Raststätte entlang der MeBo ohne Maske, und der Betreiber weist die Kunden nicht auf die Maskenpflicht hin. Ich bin als Arzt in Hotels unterwegs und sehe auch dort, dass es mit der Maskenpflicht nicht genau genommen wird. Dasselbe gilt für Geschäfte: Kunden nehmen Waren aus den Regalen, ohne sich vorher die Hände desinfiziert zu haben – und keiner sagt etwas“, schildert Dr. Bossio seine Eindrücke.

Auch bei Messfeiern und Beerdigungen sei mehr Disziplin gefragt, so Dr. Bossio. Weiters gebe es Friseure, die ohne Maske die Haare schneiden. Und was die bundesdeutschen Gäste betreffe, „so fehlt vielen die ,Maskenkultur‘. Nur weil es Touristen sind und Geld bringen, dürfen wir ihnen nicht alles erlauben. Und wir riskieren obendrein, selbst zu erkranken. Das geht nicht. Im Vergleich zu den italienischen Gästen verhält sich das 100 zu 1. Die setzen sofort die Maske auf, wenn sie vom Tisch im Restaurant aufstehen und zum WC gehen“, so Dr. Bossio.

Zudem gebe es unter den Südtirolern Leute, die glauben, dass es sich bei einer Covid-19-Infektion „eh nur um eine kleine Grippe handelt. Die Zahlen steigen. Der Grund dafür ist, dass sich die Leute nicht an die Regeln halten. Umso strenger müssen die Sicherheitsbehörden sein und jene strafen, die die Sicherheitsregeln nicht einhalten, denn jeder steht in der Pflicht, dies zu tun“, so Dr. Bossio.

Null Verständnis für Corona-Regelbrecher

Auch Landesrat Schuler hat null Verständnis für Corona-Regelbrecher. „Ich verstehe das einfach nicht. Eine Maske aufzusetzen, wenn man den Meter Abstand nicht einhalten kann, sollte zumutbar sein. Ich verstehe nicht, warum die Erkenntnis über diese Corona-Gefahr nicht präsent ist. Wir riskieren enorm – die einzelnen Betriebe genauso wie wir. Denn am Ende reißt es nicht nur den einzelnen Betrieb hinein, sondern alle – auch die, die sich an die Regeln gehalten haben“, appelliert Schuler.

Für heute hat er, Schuler, die Spitzen von HGV, IDM, Bauernbund, Privatzimmervermietern und Sanitätsbetrieb zu einer Videokonferenz geladen. „Die Verbände müssen auf die einzelnen Mitglieder einwirken, auf dass die Präventionsmaßnahmen eingehalten werden, dass sie penibel darauf achten, dass beispielsweise jeder Kellner Maske trägt, die Abstände eingehalten werden usw. Sonst droht uns Ungemach. Denn der Sanitätsbetrieb ist zwar sofort da, wenn es nötig ist, aber wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen“ so Schuler.

Zudem werde das Land neue Maßnahmen setzen und wieder eine Sensibilisierungskampagne starten, um den Menschen die Corona-Gefahr erneut vor Augen zu führen, sagt Landesrat Schuler.

d

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