Montag, 04. Januar 2021

Lawinen: Gefahrenstellen derzeit schwer zu erkennen

Verschneite Hänge, weiße Gipfel: Es liegt so viel Schnee wie lange nicht in Südtirol. Da Skipisten geschlossen sind, zieht es mehr Sportler in die Berge, besonders Tourengeher. Die Lawinengefahr ist in den meisten Teilen des Landes erheblich.

Tief verschneit sind weite Teile des Landes (im Bild: Sexten).
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Tief verschneit sind weite Teile des Landes (im Bild: Sexten). - Foto: © Dieter Peterlin/Twitter/Hotel St. Veit
Erst am Sonntag ist das bekannte Ehepaar Michael Grüner und Monika Gamper im Schnalstal von einer Lawine verschüttet worden. Für den ehemaligen Präsidenten der Raiffeisen Landesbank und seine Ehefrau, die ehemalige Präsidentin des Stadttheater- und Kurhausvereis von Meran, kam jede Hilfe zu spät.

Lawinengefahr in Südtirol erheblich

Meteorologe Dieter Peterlin meldet, die aktuellen Schneemengen seien beachtlich: „In Pfelders sind es aktuell 1,5 Meter, in Weißbrunn/Ulten 1,4 Meter und selbst im etwas tiefergelegenen Sexten 1,3 Meter. Ähnlich viel Schnee gab es das letzte Mal im Februar 2014. Ein bisschen was kommt am Mittwoch noch dazu, größere Mengen sind demnächst keine mehr in Sicht.“

In den meisten Teilen Südtirols gilt Gefahrenstufe 3 (erheblich) für das Risiko eines Lawinenabgangs: Die Hauptgefahr geht von frischem Triebschnee aus.

„Mit Neuschnee und starkem Wind aus südöstlichen Richtungen entstanden an allen Expositionen spröde Triebschneeansammlungen, Vorsicht an steilen Hängen auch unterhalb der Waldgrenze“, heißt es im Lawinenreport. Schon einzelne Tourengeher könnten an vielen Orten Lawinen auslösen, auch solche mittlerer Größe.

Die Gefahrenstellen seien vielzählig und schwer zu erkennen. „Viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr und große Zurückhaltung sind nötig. Zudem sind einzelne Gleitschneelawinen möglich“, heißt es im Bericht weiter.

stol

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