Samstag, 27. März 2021

Lockerungen rücken in weite Ferne

Eigentlich sollten nach Ostern in Südtirol weitere Lockerungen erfolgen. Doch aus der angepeilten Einstufung als gelbe Zone dürfte nun wohl nichts werden. Rom will den Lockdown bis 30. April verlängern. „Südtirol dürfte kaum Spielraum für Abweichungen bleiben“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Für Südtirols Gastronomie wäre der verlängerte Lockdown jedenfalls der absolute Super-GAU.

Ein Lockdown bis Ende April wäre für die Gastronomie eine Katastrophe.
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Ein Lockdown bis Ende April wäre für die Gastronomie eine Katastrophe. - Foto: © Shutterstock
Noch ist zwar nichts entschieden, doch alles deutet darauf hin, dass es auch nach Ostern keine Lockerungen geben wird. Ministerpräsident Mario Draghi verkündete am Freitag, dass es keine gelben Zonen geben werde und die geltenden Einschränkungen im ganzen Land bis Ende April verlängert werden sollen. Einzig im Schulbereich soll es Öffnungen geben. Denn während in Südtirol zumindest bis zu den Oberschulen wieder alle Schüler im Präsenzunterricht sind, sind im restlichen Staatsgebiet die Schulen nach wie vor geschlossen.

Ob eine Verlängerung des Lockdowns der geplanten Rückkehr von Südtirols Oberschülern in den Präsenzunterricht einen Riegel vorschiebt, muss sich erst zeigen. „Diese Entscheidung wird die Landesregierung am Dienstag treffen“, gibt sich Bildungslandesrat Philipp Achammer bedeckt. „Fest steht, dass die Oberschüler jene sind, die im laufenden Schuljahr noch am wenigsten im Präsenzunterricht waren und dass sie diesen jetzt am dringendsten nötig hätten.“

Wenig Spielraum

Für einen erneuten Südtiroler Sonderweg besteht kaum Spielraum. Zum einen hat die Kassation kürzlich geurteilt, dass Maßnahmen zur Eingrenzung der Pandemie einzig Zuständigkeit des Staates seien. „Zum anderen haben wir eine neue Regierung, bei der man noch nicht ganz verstanden hat, wo sie hinwill“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Zudem bestünden in Rom derzeit zentralistische Bestrebungen. „Die Frage wird sein, ob man uns weiterhin kleine Spielräume lässt wie in der Vergangenheit, wo man uns im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium Abweichungen von der staatlichen Regelung zugestanden hat“, so Kompatscher.

In dieselbe Kerbe schlägt Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, der generell wenig vom Ampelsystem hält. „Die Maßnahmen in den orangen Zonen sind zu wenig, um die Zahlen zu senken und zu streng, wenn die Zahlen bereits unten sind“, sagt er. „Also entweder bei hohen Zahlen zusperren oder bei niedrigen Zahlen aufsperren.“

Eine Katastrophe für die Gastronomie

Sollte es wirklich bei der angekündigten Verlängerung des Lockdowns bis Ende April bleiben, würde das vor allem für Südtirols Gastronomie eine Katastrophe bedeuten. Bereits seit 8. Februar geschlossen, müssten Bars und Restaurants einen weiteren Monat zu bleiben. Und auch das Verbot, die eigene Wohngemeinde zu verlassen, soll bis Ende April verlängert werden.

„Aufgrund der in Südtirol rückläufigen Zahlen gehen wir schon davon aus, dass man, ungeachtet dessen, was in Rom entschieden wird, bei uns alles dransetzt, dass wir wieder arbeiten dürfen“, hofft HGV-Präsident Manfred Pinzger. Dabei könne man sich auf das vom Verfassungsgericht bestätigte Landesgesetz stützen. Neben dem wirtschaftlichen und ökonomischen werde die Schließung von Bars und Restaurants nämlich auch zum Gesellschaftsproblem, ist er überzeugt.

em

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