Montag, 02. März 2020

Luftwerte bessern sich

Die Luftqualität in Südtirol ist grundsätzlich gut: Am Montag wurden die Messwerte 2019 vorgelegt.

Die Luft-Messstation am Hadrianplatz in Bozen.
Badge Local
Die Luft-Messstation am Hadrianplatz in Bozen. - Foto: © lpa
Die Luftqualität in Südtirol wird von der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz überwacht. Mit fixen und mobilen Messstationen sowie neuesten Messtechnologien wie den Passivsammlern werden ganzjährig und im ganzen Land Schadstoffdaten gesammelt, auf deren Grundlage die Luftgüte in Südtirol bewertet wird.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Die Mess-Daten zur Luftqualität im vergangenen Jahr präsentierten Umweltlandesrat Giuliano Vettorato, der Direktor der Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz Luca Verdi und der Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm Georg Pichler im Rahmen einer Pressekonferenz im Palais Widmann in Bozen.

Z
usammenfassend lässt sich sagen: Die Luftqualität in Südtirol im Jahr 2019 kann als grundsätzlich gut bezeichnet werden. Einzig die Stickstoffdioxid-Werte sind in gewissen Orten Anlass zu Sorge, wobei jedoch gegenüber 2018 eine leichte Verbesserung zu verzeichnen ist. In den ländlichen Gebieten, wo viele kleine Holzöfen und -herde betrieben werden, bereiten nach wie vor auch die Benzo(a)pyren-Werte Probleme.

„Auch wenn wir bei den Mess-Daten im Jahr 2019 eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr verzeichnen, müssen wir weiterhin wachsam sein“, unterstreicht Umweltlandesrat Giuliano Vettorato. „Es gibt noch immer Überschreitungen der Stickstoffdioxid-Grenzwerte. Die Wetterbedingungen waren im vergangenen Jahr günstig, dennoch benötigen wir Maßnahmen zum Ausbau der nachhaltigen Mobilität. Hier müssen das Land und die Gemeinden gleichermaßen tätig werden.“

Leichter Rückgang bei den Stickstoffdioxid-Werten

Der Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter für Stickstoffdioxid (NO2) wurde in den vergangenen Jahren in Südtirol an einigen Orten immer wieder überschritten. „Vor allem entlang der Brennerautobahn, aber auch an verkehrsreichen Straßen in den Städten Bozen, Meran, Brixen und Leifers zeigen sich im Jahresmittel deutliche Grenzwertüberschreitungen“, berichtet Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz. „Hier wirkt sich vor allem der so genannte Canyon-Effekt negativ auf die Durchmischung der Luft und damit auf die Luftqualität aus. An viel befahrenen Straßen zwischen hohen Häuserreihen bleiben die Autoabgase nämlich konzentriert in Bodennähe liegen, was zu einer erhöhten NO2-Belastung führt.“ Die Mess-Daten für 2019 zeigen jedoch einen leichten Rückgang der Stickstoffdioxid-Werte gegenüber dem Vorjahr an, was vor allem auf die günstigen Wetterverhältnisse mit viel Wind, viel Niederschlägen und höheren Temperaturen zurückzuführen ist, die einer Konzentration der Luftschadstoffe entgegengewirkt haben.

Feinstaub und Benzo(a)pyren

Beim Feinstaub wurden in Südtirol seit 2007 bei den Jahresdurchschnittswerten keine Überschreitungen des EU-Grenzwerts (40 Mikrogramm pro Kubikmeter) mehr verzeichnet. Bei PM10 wird seit 2 Jahren auch der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation WHO (20 Mikrogramm pro Kubikmeter) an allen Mess-Stationen eingehalten. Bei den kleineren Feinstaub-Partikeln (PM2,5) wurde hingegen der EU-Grenzwert (25 Mikrogramm pro Kubikmeter), nicht aber jener der WHO (10 Mikrogramm pro Kubikmeter) eingehalten. Was das Benzo(a)pyren, eine Komponente des Feinstaubs, die vor allem bei unsachgemäßer Holzverbrennung entsteht, betrifft, wird der Zielwert der EU (ein Nanogramm pro Kubikmeter) im Winter in den ländlichen Gebieten, wo viele kleine Holzöfen und -herde betrieben werden, überschritten.

Maßnahmen für die Luftqualität

Für Landesrat Giuliano Vettorato sind vor allem Maßnahmen zugunsten nachhaltiger Mobilitätsformen (Bus, Fahrrad, E-Mobilität) der Schlüssel zu einer Verbesserung der Luftqualität. Die Erneuerung des Fuhrparks der öffentlichen Verkehrsmittel sei ebenso wichtig wie der Ausbau der Wasserstoff-Flotte. Begleitend hat das Land Kampagnen durchgeführt, „denn eine korrekte Information der Bevölkerung ist der Ausgangspunkt für eine Änderung des Verhaltens und damit für eine Reduzierung der Luftschadstoffe“, so Vettorato.

lpa/stol