Ein 14-jähriges Mädchen wurde von einer 13-Jährigen so verprügelt, dass neben zahlreichen Hämatomen auch eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde: Das sagt Cristina Z. (Namen von der Redaktion geändert), die Mutter der Verletzten.<BR /><BR /><BR /><BR /><b>Frau Cristina, was ist am Unsinnigen passiert? Kennen sich die beiden Mädchen?</b><BR />Cristina Z.: Ja, sie haben sich über soziale Medien kennengelernt, und bis August 2022 gingen sie manchmal miteinander schwimmen. Aber weil uns – aber auch ihr – bewusst wurde, dass diese Gesellschaft, diese Gruppe, nicht die beste für sie war, ging sie dem Mädchen und der Gruppe aus dem Weg.<BR /><BR /><b>Was passte nicht an diesem Umgang?</b><BR />Cristina: Da sind Jugendliche darunter, die stehlen, die eben Straßenkinder sind. Aber ich muss auch sagen, da sind auch Mädchen aus gutem Haus darunter.<BR /><BR /><b>Dann kam es aber trotzdem zu einem Zusammentreffen...</b><BR />Cristina: Ja. Zuvor hatte die 13-Jährige meiner Tochter über soziale Medien wüste Beschimpfungen geschickt, die ich nicht wiederholen will. Aber auch Drohungen wie: Ich nehm’ dich auseinander. <BR /><BR /><embed id="dtext86-53068304_quote" /><BR /><BR /><b>Wie bitte?</b><BR />Cristina: Diese Art der Nachrichten ist Alltag unter den Jugendlichen, ich würde sagen leider normal. Das hat meine Tochter auch nicht für bare Münze genommen. Deswegen hat sie sich mit der 13-Jährigen beim McDonald’s verabredet und ist allein dorthin gegangen, um mit dem Mädchen diese Dinge friedlich zu klären. Vor dem Lokal wurde meine Tochter zunächst erneut beschimpft, bevor die 13-Jährige sie mit Fäusten und Tritten attackierte, zu Boden riss und ihren Kopf ein paar Mal gegen den Asphalt schlug – alles direkt längs und auch am Fahrbahnrand der Romstraße. <BR /><BR /><b>Was erzählte Ihre Tochter, als sie nach Hause kam?</b><BR />Cristina: Zunächst gar nichts. Erst als ich das Video von anderen Eltern bekommen habe, hat sie erzählt, was passiert ist. Die Angreiferin hat einen Migrationshintergrund, aber die anderen 13, 14-Jährigen, die gejohlt und gefilmt haben, stammen teils auch aus gutem Haus. Die einen schlagen, die anderen schauen zu, schreien und filmen. Nach dem Angriff ist meine Tochter nach Hause gerannt.<BR /><BR /><b>Wie geht es Ihrer Tochter? Und Ihnen?</b><BR />Cristina: Meine Tochter hat der Vorfall mitgenommen. Sie möchte weg aus Meran. Und ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich bin dem Erwachsenen, dem Autofahrer, so dankbar, dass er dazwischen gegangen ist. Ich will mir nicht ausmalen, was noch hätte passieren können. Aber ich frage mich, was passiert, wenn dieses Mädchen älter wird? Es ist im Übrigen den Sicherheitsbehörden bekannt. <BR />Solche „Anführerinnen“ haben in sozialen Medien viele Follower. Hier wächst kriminelle Energie heran und niemand unternimmt etwas. Dabei weiß man genau, wo die Hotspots sind: das McDonald's, das ALGO und der Bereich vor der Oberschule Gandhi. Da wird auch mit Drogen gehandelt. Das ist bekannt. Warum postieren sich da nicht Sicherheitskräfte und kontrollieren? Sie haben gar keine Ahnung, wie meine Tochter beschimpft wurde, als sie zum Video der Gewaltattacke vor dem ALGO schrieb: Tut das nicht.<BR /><BR /><embed id="dtext86-53068306_quote" /><BR /><BR /><b>Was haben Sie gefühlt, als Sie das Video von Ihrer Tochter sahen?</b><BR />Cristina: Wut und Angst. Solche Gewalt ist mir bis jetzt nicht untergekommen. Einfach absurd.<BR /><BR /><b>Und jetzt?</b><BR />Cristina: Haben wir Angst. Glauben Sie mir, vor einem Erwachsenen hätten wir weniger Angst, weil der Angst hat vor Strafe oder gar Haft. Aber diese Minderjährigen haben vor nichts Angst, es kann ihnen auch nichts passieren. Wir müssen uns selbst um einen Psychologen für unsere Tochter umschauen und zahlen. Aber das erste, was ich jetzt tun werde, ist, meine Tochter bei einem Selbstverteidigungskurs einzuschreiben. Und sie darf nicht mehr alleine ins ALGO, zum McDonald’s oder im Sommer ins Schwimmbad.<BR /><BR />