Dienstag, 12. April 2022

Maskenpflicht in der Klasse: Doch bis zum Ende des Schuljahres?

So wie es derzeit aussieht, wird in Italien mit Anfang Mai die Maskenpflicht in den Innenräumen wegfallen. Nach Ostern will die Regierung in Rom entscheiden, wo aber auch nach dem 1. Mai noch Maske getragen werden muss. Schon jetzt soll sich der „vorsichtige Weg“ durchgesetzt haben, was die Schule betrifft: Die Maskenpflicht bleibt dort wohl bis zum Ende des Schuljahres bestehen, wie aus Indiskretionen aus dem Bildungs-Ministerium heißt.

Bleibt die Maskenpflicht in den Schulen bis zum Ende des Schuljahres? Bildungsminister - Foto: © Shutterstock

Mit dem 1. Mai wird in Italien die Maskenpflicht in Innenräumen weitestgehend fallen.
Wo sie hingegen bestehend bleiben soll, will die Regierung in Rom nach Ostern erörtern.

Wie die Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet, soll sich im Bildungs-Ministerium der „vorsichtige Weg“ durchgesetzt haben: Es sei besser, so kurz vor Schulschluss nichts an der Maskenpflicht in der Schule abzuändern, auch wenn die Infektionsfälle an den Schulen aktuell rückläufig seien (22 Prozent im Vergleich zu den 25 Prozent der Vorwoche, wie das Oberste Gesundheitsinstitut berichtet), heißt es aus dem Ministerium.

Diese Position hat Bildungsminister Patrizio Bianchi laut Angaben von „Repubblica“ in der Beratung mit Gesundheitsminister Roberto Speranza vertreten.

Damit soll die Pflicht zum Tragen einer chirurgischen Maske in den Klassen bis zum Ende des Schuljahres bestehn bleiben, um die Schüler vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

„Das Tragen einer Maske ist da das kleinere Übel im Vergleich zu Corona-Ausbrüchen in den Schulen“

Darüber hinaus ist das Regierungsdekret, das den Ausweg aus der Corona-Notlage skizziert, eindeutig: „Bis zum Ende des Schuljahres ist in den Schulen die Verwendung von Atemschutzmasken vorgeschrieben“.

Im Gegensatz zu anderen Fällen – Büros, Kinos, Stadien und Geschäften, wo die Maskenpflicht am Ende April endet – wäre es für Schulen notwendig, den Termin im Juni zu streichen und das Ende der Maskenpflicht vorzuziehen.

In diese Richtung drängen Elternverbände, die sich dafür auf die Erfahrung anderer europäischer Staaten stützen: Großbritannien, Irland, die Niederlande, Schweden, Dänemark, Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland haben sich bereits von der Maske im Unterricht verabschiedet.

Beklagt wird von den Verbänden vor allem die paradoxe Situation, dass Schüler ihre Freizeit zusammen ohne Maske verbrächten, in der Schule dann aber Maske tragen müssten.

Die finale Entscheidung obliegt nun der italienischen Regierung

Dagegen halten diverse Wissenschaftler, die davor warnen, das Tragen von Masken auf die leichte Schulter zu nehmen. So rät die italienische Immunologin Antonella Viola in einem Interview dazu, die Maske weiterhin zu tragen: „Selbst dreifach geimpfte Personen, oder Personen, die erst kürzlich infiziert waren, können sich wieder infizieren.“

Ähnlicher Ansicht ist Giovanni Maga, Direktor des Instituts für Molekulargenetik am CNR in Pavia, der gegenüber „la Repubblica“ erklärt: „Die Klassen sind überfüllt. Das Tragen einer Maske ist da das kleinere Übel im Vergleich zu Corona-Ausbrüchen in den Schulen.“

Die finale Entscheidung obliegt nun der italienischen Regierung, die nach Ostern über die Maskenpflicht in den Schulen beraten will.

Was sagen andere Wissenschaftler zum Fall der Maske in den Innenräumen? Das lesen Sie hier.

pho

Kommentare
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Heidi Prackwieser
12. April 2022 12:31
Sollte wirklich die Maske in der Klasse beibehalten bleiben, ist das eine große Schweinerei. In der Disco, in Bars, Restaurants, Sport-Events usw. wird keine Maske getragen, aber bei den Kindern muß es eine Maske sein. Das ist die reinste Schikane.