Freitag, 22. Januar 2021

Matura: Alle zugelassen und versetzt? – Nein, dieses Jahr nicht

Corona hat das Land weiter fest im Griff – und das schlägt sich auch auf die Matura 2021 nieder. Arbeitshypothesen aus Rom zufolge dürfte es auch heuer keine schriftlichen Abschlussarbeiten, sondern nur eine mündliche Präsenz-Prüfung geben. Einen großen Unterschied zum Vorjahr gibt es aber: Alle zugelassen bzw. versetzt wie 2020 wird es nicht mehr geben.

In den gesamtstaatlichen Medien sickerten gestern Details zur Maturaprüfung im Juni durch.
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In den gesamtstaatlichen Medien sickerten gestern Details zur Maturaprüfung im Juni durch.
In den gesamtstaatlichen Medien sickerten gestern Details zur Maturaprüfung im Juni durch. Auf Nachfrage von Landesrat Philipp Achammer stellte das Ministerium klar, dass es sich um Arbeitshypothesen handle, welche die Ministerin intern vorgestellt habe. Obwohl nicht definitiv, sind die Spielregeln für 2021 also nicht aus der Luft gegriffen.

Im Raum stehen trotz Pandemie 2 Varianten, bei der die erste zumindest eine schriftliche Prüfung und ein mündliches Kolloquium vorsieht. Gerade weil das Virus Italien auch noch länger bestimmen wird, gilt die zweite Variante jedoch als wahrscheinlicher. Wie im Vorjahr würde es damit keine schriftlichen Prüfungsarbeiten geben, sondern einzig und allein ein mündliches Matura-Gespräch in Präsenz mit einer Dauer von 60 Minuten. Wie im Vorjahr soll dessen Ausgangspunkt die Diskussion zu einer Aufgabenstellung aus der vormals 2. schriftlichen Prüfung (fachrichtungsspezifische Fächer) darstellen. Die Aufgabenstellung wird den Schülern zugewiesen. In einem weiteren Prüfungsteil würde es um die Diskussion kurzer Texte aus den Fachbereichen Deutsch und Italienisch gehen. Nicht mehr vorgesehen wäre laut „La Repubblica“ die fächerübergreifende Argumentation anhand ausgewählter Impulsmaterialien. Der Bereich politische Bildung und Bürgerkunde würde aber weiter thematisiert.

Um bei den Prüfungskommissionen zu bleiben: Diese sollen aus schulinternen Mitgliedern mit einem externen Präsidenten bestehen. Wie im Vorjahr sollen die Schulguthaben der letzten 3 Schuljahre bei der Gesamtbewertung mit maximal 60, die Matura-Prüfung mit maximal 40 Punkten zu Buche schlagen.

Da der Fernunterricht inzwischen als „strukturell“ anzusehen sei, können Schüler aufgrund einer „negativen Gesamtbeurteilung“, die mehr ist als ein negatives Fach, nicht zur Matura zugelassen werden. Ebenso ist Durchrasseln möglich. Ein INVALSI-Test soll für die Zulassung nicht entscheidend sein, wohl aber würden Praktika („alternanza scuola lavoro“) mitberechnet. Bis Anfang Februar soll Klarheit herrschen.

Darauf drängt auch Bildungslandesrat Philipp Achammer. „Maxi-Kolloquium gut und recht, wichtig ist aber vor allem, dass frühzeitig geklärt ist, was Sache ist.“ Mag sein, dass die Pandemie 2020 später begonnen hat. „Im Vorjahr war man mit den Spielregeln für die Matura aber viel zu spät dran. Es braucht Planungssicherheit.“ Er verwehrt sich gegen den Begriff Schmalspur-Matura. „Eine Schnellsieder-Matura wäre es nicht. Sie ist das Ergebnis von 5 Jahren Oberschule, denn die Schulguthaben sollen meines Wissens nach auch heuer 60 Punkte zählen“, so Achammer.

bv

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