Samstag, 21. März 2020

Mehrere Infizierte im Altersheim in Kastelruth

In Südtirol ist die Zahl der Todesopfer auf 21 angestiegen. Auch die Zahl der Infizierten steigt. Im Altersheim von Kastelruth sollen bis zu 20 Person positiv auf Covid-19worden sein.

Im Altersheim von Kastelruth wurden mehrere Personen positiv getestet.
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Im Altersheim von Kastelruth wurden mehrere Personen positiv getestet. - Foto: © ANSA / US COPAN
Mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer um 5 auf 21 gestiegen. Bei den 5 Toten handelt es sich um 4 Männer im Alter von 84, 83, 82 und 78 Jahren und eine etwa 60-jährige Frau.

Inzwischen gibt es Corona-Infizierte in 71 Südtiroler Gemeinden. Während Bozen weiterhin die Gemeinde mit den meisten Infizierten bleibt, verzeichnet man in Kastelruth einen starken Anstieg der Infizierten. Dort wurden 44 Personen positiv getestet. Besorgniserregend ist, dass in Kastelruth das Altersheim betroffen ist.

Etwa 175 Tests wurden durchgeführt, berichtet Bürgermeister Andreas Colli gegenüber dem Tagblatt Dolomiten. Die Ergebnisse der Analysen lägen nun zum Teil vor.

„Wir haben 1,8 Millionen Nächtigungen im Jahr, speziell in den Wintermonaten“, berichtet Colli. „Da gibt es viele Kontakte – woher konkret aber das Virus gekommen ist, wissen wir nicht.“ Die Kastelruther Senioren der ladinischsprachigen Fraktionen seien im Altersheim von St. Ulrich untergebracht – auch dort habe sich die Situation zugespitzt.

„Krieg auf dem Markt“ – Engpässe bei Abstrichen und Masken

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Bürger ist von Donnerstag auf Freitag um 114 gestiegen, auf 555 – das sind um 26 Prozent mehr als am Vortag (Donnerstag: 441 Infizierte). 30 Covid-19-Patienten werden intensivmedizinisch betreut, 172 Sars-CoV-2-Infizierte auf den normalen Abteilungen.

Auch der Druck auf den Südtiroler Sanitätsbetrieb wächst: „Wir haben Abstrichtests nur noch für ein paar Tage“, sagt Generaldirektor Florian Zerzer. „Wir haben mehrere Bestellungen aufgegeben. Diese sind leider nicht termingerecht angekommen. 20.000 Abstrichsets wurden bestellt – im Laufe der Woche hätten sie ankommen sollen.
Auch bei den Masken könnte es zu Engpässen kommen: „Wir sind in Erwartung einer großen Lieferung aus China“, sagt Zerzer. Angeblich soll Rom diese Lieferung blockiert haben – bestätigen will dies aber niemand. „Wenn diese Lieferung nicht kommt, dann sind wir extrem schlecht dran“, meint Zerzer.

Landesrat Thomas Widmann spricht gar vom „Krieg auf dem Markt“. So wie es jetzt aussehe, werde man aber Anfang nächster Woche eine weitere Maskenlieferung bekommen.

stol/d

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